1. Pfälzischer Merkur
  2. Regionalsport

„Die VTZ ist nicht so festgefahren“

„Die VTZ ist nicht so festgefahren“

Zweibrücken. Seit genau fünf Jahren steht Gisela Alt an der Spitze der Fördergemeinschaft VTZ. Vor gut zwei Jahren ist die ehemalige Deutsche Meisterin der Rhythmischen Sportgymnastik auch in den Vorstand des Vereins gerückt, bringt ihr Organisationstalent bei Veranstaltungen mit ein. Ans Kürzertreten denkt die sportbegeisterte 75-Jährige dabei nicht. Mit Merkur -Redakteurin Svenja Kissel sprach die ehemalige Lehrerin am Helmholtz-Gymnasium über ihre Aufgaben bei der VTZ und darüber, was den Verein auszeichnet.

Frau Alt, vor genau fünf Jahren sind Sie in das Amt der Vorsitzenden der Fördergemeinschaft VT Zweibrücken gerückt. Was hat Sie damals dazu bewogen, das Ehrenamt zu übernehmen?

Gisela Alt: Ich war ja zuvor schon zwei Jahre lang stellvertretende Vorsitzende. Präsident Otto Graßhoff hatte mich dann gefragt, ob ich bereit wäre, das Amt zu übernehmen. Der Förderverein ist vor etwa 30 Jahren entstanden, nachdem zwischenzeitlich aktive Sportler das Ganze übernommen hatten, ist die Arbeit so dahingeplätschert. Und auch, wenn ich mittlerweile selbst nicht mehr so viel herumhopsen kann, arbeitet der Kopf ja noch. Da dachte ich, ich kann ruhig mit anpacken.

Was genau sind die Aufgaben der Fördergemeinschaft?

Alt: Wir unterstützen die VTZ in finanzieller Art an den Stellen, wo der Verein es nicht immer kann. Wir schießen das Geld dabei nicht blind rein, sondern entscheiden ganz gezielt. So haben wir jetzt gerade die Feriensportwoche unterstützt. Im kommenden Jahr fährt eine Frauengruppe zur Gymnaestrada nach Finnland. Auch das unterstützen wir, weil der Verein solche Dinge nicht leisten kann, da er die laufenden Kosten der Abteilungen übernehmen muss. Alle zwei Jahre führen wir zudem die Sportlerehrung bei der VTZ durch. Die Abteilungen machen ihre Vorschläge, wir entscheiden dann und überreichen die Medaillen. Schön ist es auch zu sehen, dass aus der Fördergemeinschaft immer wieder Helfer hervorgehen, die immer da sind, wenn es was zu tun gibt.

Wie viele Menschen umfasst der Förderverein?

Alt: Es sind in den vergangenen Jahren etwas weniger geworden. Die Mitglieder sterben uns leider auch weg. Aber um die 50 sind es.

Ihr Engagement bei der VTZ geht mittlerweile allerdings über die im Förderverein hinaus.

Alt: Ja, das stimmt (lacht). Im Zuge der Arbeiten an der Zeitschrift zum 150. Jubiläum vor drei Jahren bin ich im darauffolgenden Jahr irgendwie auch in den Vorstand der VTZ gerückt. So hilft man an mehreren Stellen mit, ich übernehme den Papierkrieg etwa beim Modern Fitness Day und hatte gerade auch die Feriensportwoche organisiert.

Sie sind gerade 75 Jahre alt geworden. Was motiviert Sie, sich weiterhin ehrenamtlich in dem Sportverein zu engagieren?

Alt: Wenn man ein Leben lang mit Sport zu tun hatte, dann kann man nicht irgendwann einfach Zuhause herumsitzen. Während meiner Zeit als Sport-, Geschichts- und Sozialkundelehrerin hat sich zudem mein Organisationstalent gezeigt - das muss ja jetzt nicht brachliegen. Klar, wenn ich an meine Oma zurückdenke, als die 75 war, hat sie Daheim im Sessel gesessen und gestrickt - ich habe gerade ein iPad bekommen (lacht). Ich glaube, die Arbeit im Verein hält mich fit. Sport hat für uns immer zum Familienleben gehört - und das ist bei meinem Mann und mir jetzt noch so. Da gibt es keine Diskussionen, wenn ich gerade viel für die VTZ unterwegs bin. Das Verständnis ist da, eher packt mein Mann noch mit an.

Wie lange sind Sie bereits Mitglied der VTZ?

Alt: Als ich 1969 nach Zweibrücken kam, wurde ich Mitglied. Dann war ich eine Zeit lang nicht mehr im Verein, nun sind es schon wieder einige Jahre, wie lang genau, kann ich gar nicht sagen.

Was denken Sie, wie sehr hat sich der Verein seit den früheren Jahren entwickelt, wie hat sich die Struktur gewandelt?

Alt: Früher war der Verein hauptsächlich auf Abteilungen wie Turnen, Leichtathletik, Handball und Fechten ausgelegt, die ja auch heute noch einen großen Teil ausmachen. Das ist vor allem durch die Kontinuität im Trainerbereich gewährleistet. Aber der Verein ist mit der Zeit gewachsen, hat sich immer wieder den neuen Herausforderungen gestellt, ohne die Tradition zu vergessen. Nun gibt es Karate , Tanzgruppen, Gesundheitssport, ein eigenes Fitnessstudio und vieles mehr.

Was zeichnet die VTZ als Verein Ihrer Meinung nach aus?

Alt: Die Vielseitigkeit, die der Verein zu bieten hat, ist schon enorm. Die VTZ ist auch nicht so festgefahren. Es gibt nichts Schlimmeres als den Satz: Das haben wir schon immer so gemacht. Der Verein ist bereit, mit der Zeit zu gehen, Neuerungen anzunehmen. Das sieht man an den vielfältigen Sparten. Aroha ist eines der jüngsten Beispiele. Vor zwei Jahren hatten wir es beim Modern Fitness Day erstmals angeboten. Nun machen wir auch einen Kurs. Auch ein neuer Zumba-Kids-Kurs startet in der kommenden Woche. Ich glaube die soziale Komponente ist neben dem Leistungssportgedanken heute auch eine ganz wichtige beim Sporttreiben. Das wird bei den Angeboten der VTZ berücksichtigt.

Sie waren früher eine erfolgreiche rhythmische Sportgymnastin, haben mit Kaiserslautern den Deutschen Mannschafts-Meistertitel errungen. Sind Sie heute selbst noch sportlich aktiv?

Alt: Ja, ich gehe häufiger ins Trimini. Auch Schwimmen, Fahrradfahren und Qigong müssen sein. Mit dem künstlichen Kniegelenk ist nicht mehr so viel möglich, wie früher. Was mir am meisten fehlt, ist das Skifahren. Aber ganz ohne Sport geht es nicht.

Welche Projekte gilt es für die Fördergemeinschaft, in naher Zukunft zu realisieren?

Alt: Auf jeden Fall wollen wir im kommenden Jahr erneut die Feriensportwoche anbieten. Die Organisation ist zwar ein großer Aufwand, aber wir haben die verschiedenen Abteilungen dahinter, die alle toll mitgemacht haben. Das Angebot wurde gut angenommen. Auch, weil hier mit Fechten und Karate Sportarten angeboten werden, die man in Freizeit und Schule eher nicht betreibt. 61 Prozent der Teilnehmer waren nicht Mitglied des Vereins und hatten richtig Spaß. Natürlich haben wir auch die Hoffnung, dass der ein oder andere bei uns hängen bleibt. Zudem wollen wir den Eltern, die häufig nicht die kompletten Ferienwochen freinehmen können, eine Entlastungsmöglichkeit bieten. In diesem Jahr steht auch wieder die Sportlerehrung an.

Am 3. Oktober findet die Neuauflage des Rosenlaufs statt. Sind Sie auch dort in die Organisation eingebunden?

Alt: Es ist eine schöne Sache, dass der Lauf wieder auflebt. Aber diesen organisieren andere, man muss ja nicht überall dabei sein. Man stößt sonst auch an seine Grenzen (lacht).