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Basketball-Landesliga: VT Zweibrücken will nächste Saison wieder angreifen

Basketball-Landesliga : Nur mäßige Freude über Platz zwei

Die Landesliga-Basketballer der VT Zweibrücken haben in der abgebrochenen Saison das bislang beste Ergebnis der Vereinsgeschichte erzielt. Der knapp verpasste Titel nagt aber an Trainer Denis Rendgen.

Wirklich verdaut hat Denis Rendgen den Ausgang der Saison noch nicht. „Es ist ein bisschen schade“, kommentiert der Spielertrainer der VT Zweibrücken den knapp verpassten Titel und den damit verbundenen Oberliga-Aufstieg. Zwar ist das abrupte Ende einen Spieltag vor Schluss der Basketball-Landesliga Rheinhessen/Pfalz bereits „drei Tage her“, doch nun erfolgte nach dem Abbruch die offizielle Wertung durch den rheinland-pfälzischen Verband (BVRP). Überraschendes brachte diese nicht zu Tage. Die Tabellen wurden mit Stand vom 13. März eingefroren. In der Landesliga steht damit der TV Kirchheimbolanden (Kibo) als Meister fest. Sportliche Absteiger gibt es nicht. Das bittere für die VTZ: Sie liegt mit 16 Zählern gleichauf mit Kibo, ausgerechnet dem einzigen Team, gegen das die Zweibrücker den direkten Vergleich verloren haben. „Das ist echt ärgerlich.“

Rendgen hätte sich gewünscht, dass der eine noch ausstehende Spieltag vor der Saisonaussetzung ­– „auch wenn ich die Vorsichtsmaßnahme der Verantwortlichen verstehe“ – noch durchgeboxt worden wäre. „An dem jetzigen Stand hätte das aber wahrscheinlich auch nichts geändert.“ Selbst wenn die VTZ in Rockenhausen gewonnen hätte, glaubt Rendgen, dass auch der TVK in Speyer nichts mehr hätte anbrennen lassen. „Wie man es dreht und wendet, es sind im Laufe der Saison einfach zu viele Punkte zusammengekommen, warum es nicht gereicht hat“, bekennt der VTZ-Coach. Zu viele Zähler wurden leichtfertig liegengelassen. „Es hätte schon gereicht, im Heimspiel gegen Kibo (83:74) höher zu gewinnen“. Was bei einem zwischenzeitlichen 21-Punkte-Polster durchaus drin war. „Oder wir hätten eins der Spiele, die wir mit nur einem Punkt verloren haben (85:86 beim FCK II, 72:73 in Oppenheim), gewinnen sollen.“ Eine Schiri-Entscheidung hier, ein Quäntchen Glück mehr dort. „Vieles waren wir aber einfach selbst schuld. Wir haben in entscheidenden Phasen zu viele einfache Fehler gemacht, es war teilweise einfach Dämlichkeit.“

Und dennoch hat der Aufsteiger insgesamt eine starke Runde gespielt. „Ich habe uns aber nie als normalen Aufsteiger gesehen. Schon der damalige Abstieg aus der Landesliga war ja kurios.“ 2018 zog die VTZ im direkten Vergleich mit vier Teams den Kürzeren. Im folgenden Bezirksliga-Jahr sicherten die Zweibrücker mit nur einer Niederlage souverän den Titel. „Ich hätte uns jetzt aber doch eher im Mittelfeld gesehen und nicht erwartet, dass es so krass eng werden würde“, gibt Rendgen zu. Das „absolute Saison-Highlight“ dabei: „Der Heimsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern II. Dieser Erfolg vor den vielen Zuschauern – 200 bis 250 Mann in der kleinen Halle, das war ein Hexenkessel“, erinnert sich Rendgen. Damit verbunden: der Sprung auf Platz eins. „Das war ein tolles Erlebnis für die Jungs.“ Umso ärgerlicher, findet er, dass es nicht für ganz oben gereicht hat. „Es ist komisch. Wir müssten uns über Rang zwei eigentlich mehr freuen können. Dass es das beste Ergebnis der VTZ-Basketball-Geschichte ist, vergisst man gerade gerne.“ Lachend schiebt er hinterher: „Es ist schade, dass die Runde nicht eine Woche früher abgebrochen wurde.“ Da nämlich stand die VTZ an erster Stelle. Dieser verpassten Chance will Rendgen nun aber nicht länger nachtrauern.

Zumal auch die endgültige Entscheidung noch nicht gefallen sei. „Noch ist nicht klar, ob Kirchheimbolanden sein Aufstiegsrecht überhaupt wahrnimmt.“ Doch selbst wenn nicht, wäre ebenso wenig klar, ob die VTZ nachrücken dürfte. Der Verband plant die Oberliga – sonst mit zwölf Teams besetzt – diesmal mit bis zu 14 Clubs. Fünf Mannschaften müssten demnach absteigen, um in der Folgesaison wieder auf die ursprüngliche Stärke zu kommen. Ligaunabhängig macht sich Denis Rendgen Sorgen, dass „womöglich das gesamte Jahr kein Basketball mehr gespielt wird. Dann weiß ohnehin keine Mannschaft, wo sie dann steht.“ Vieles ist offen.

„Wir alle wären froh, wieder spielen zu können.“ Normalerweise dauere die Runde bis Ende März, Anfang April. Danach werden drei bis vier Wochen Pause angesetzt, „um die geschundenen Knochen zu erholen“. So der theoretische Plan. Lachend fügt Rendgen an: „Praktisch kommen wir aber doch immer wieder schneller in der Halle zusammen.“ Nicht in diesem Jahr.

Ob die kommende Saison tatsächlich im Frühherbst starten kann – offen. Rendgen hofft, dass sich das Leben bis dahin – zumindest in Teilen – wieder normalisiert hat. „Die Planungen sind momentan das schwierigste.“ Auch in Sachen Kader. Der VTZ-Trainer ist zuversichtlich, in der kommenden Saison „im Großen und Ganzen“, auf die bisherigen Spieler zurückgreifen zu können. Gerne würde er das Team möglichst weiter verstärken. Mit Jan Piechocki, Aykut Bozdemir und Leon Gilles, die im Vorjahr zum Team gestoßen sind, haben die Zweibrücker gute Erfahrungen gemacht. Durch eine erhöhte Konkurrenzsituation gebe es zwar hin und wieder „ehrgeizmäßige Reibereien“. „Aber menschlich sind sie einfach top – und sportlich sind sie ohnehin ein Gewinn für uns.“ Weitere Verpflichtungen seien in der momentanen Situation aber schwer zu realisieren.

Um zumindest den Kontakt zu den eigenen Mitspielern in der Corona-Krise nicht vollends zu verlieren, versucht Aykut Bozdemir, der Athletiktrainer ist, zu den normalen Trainingszeiten Online-Einheiten zu organisieren. „Damit wir uns zusammen fit halten können. Man vermisst die ganze Truppe schon sehr“, sagt Rendgen zu den ungewöhnlichen Umständen.

Trotz aller Ungewissheit blickt er zuversichtlich in die Zukunft. „Wir werden als Team sicher noch enger zusammenwachsen in der kommenden Runde.“ Über kurz oder lang sei es daher das Ziel, wieder oben anzugreifen. Vielleicht sei die nächste Spielzeit dazu sogar noch besser geeignet. Nicht nur, weil eine aufgestockte Oberliga mit mehr Spielen für ein kleines Amateurteam wie die VTZ nur schwer zu stemmen sei. Sondern auch, weil es durch den Saisonabbruch keinen Absteiger von oben geben wird. „Und dadurch auch keinen Topfavoriten. Womöglich gelingt uns dann eine noch rundere Saison, in der noch ein Tick mehr drin ist.“ Und genau dieser Tick könnte Platz eins bedeuten. „Vielleicht ist das tatsächlich der bessere Zeitpunkt, vielleicht ist es doch alles ganz gut so“, schlägt Denis Rendgen versöhnlichere Töne mit dem Saisonausgang an.

Einen „kleinen Erfolg“ konnten die VTZ-Basketballer doch verbuchen. Die zweite Mannschaft sicherte den Titel und den Aufstieg in de A-Klasse.