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Tipps aus dem Kurzfilmwettbewerb des Ophüls-Wettbewerbs

41. Filmfestival Max Ophüls Preis : Perlen aus dem Kurzfilmwettbewerb

21 Beiträge, zwischen sieben und 25 Minuten lang – das ist der Kurzfilm-Wettbewerb. Da gibt es Fingerübungen, da wird ausprobiert und experimentiert, aber es gibt auch schon erstaunlich reife Werke.

Hier ein paar Empfehlungen.

„Mall“ von Jerry Hoffmann ist sieben Minuten lang, schwarz-weiß und ohne Dialog. Ein Vater und seine drei Söhne kaufen ein, der junge Didi lässt etwas mitgehen und wird erwischt. Zum Vorschein kommt eine kitschige Spielzeug-Meerjungfrau aus der Kinderwarenabteilung für Mädchen. Wie reagiert der maskuline Vater? Fortsetzung im Kino. Es lohnt sich.

Kurz und prägnant präsentiert sich auch „22.47 Linie 34“ von Michael Karrer (Schweiz, zehn Min.) Im Nachtbus herrscht dicke Luft, eine Handvoll Jugendliche sind laut und rücksichtslos, ein Betrunkener steigt hinzu, wird gehänselt, die Situation eskaliert. Eine Alltagsstudie, präzise beobachtet, überzeugend umgesetzt.

Stilistisch originell kommt „Europa zum Beispiel“ von Michel Decar (Deutschland, 15 Min.) daher. Der Film ist ein einziger Monolog, in dem ein junger Mann (Max Hegewald) von seinem ziemlich wilden Leben (oder seinen Träumen) erzählt. Er war in Moskau, Paris und Peking, hat das Geburtshaus von Bruce Willis in Idar-Oberstein besucht, ein isländisches Mode-Label gegründet und in Saarbrücken seinen ehemaligen Mitbewohner Sven getroffen, um dann mit einem Motorroller nach Nizza zu fahren... Darauf muss man erstmal kommen.

„Der Bräutigam ist alt und dick. Die Braut ist so hübsch“, sagt einer der Hochzeitsgäste. Tja, dumm gelaufen. Aber so ist das, wenn die 17-jährige Tochter aus Vietnam des Geldes wegen einen reichen Chinesen heiraten muss. Mutter Nghi und Tochter Phuong treffen diese Entscheidung schweren Herzens, weil sie hoch verschuldet sind. Ihr Dilemma zeigt der einfühlsame Film „Trading Happiness“ von Duc Ngo Ngoc (Vietnam/D, 25 Min.) in stimmungsvollen Bildern und mit melancholischer Musik.

Herrlich skurril und mit hintergründigem Witz begeistert „Das beste Orchester der Welt“ von Henning Backhaus (Österreich, 14 Min.). Bei der Wiener Staatskapelle ist Vorspielen angesagt. Wer wird aufgenommen? Unter die Bewerber hat sich ein ganz besonderer Musiker eingeschlichen, der in dem hochrenommierten Haus für Aufsehen sorgt. Köstlich.

Ja, und wer jetzt einmal wissen möchte, wie so ein Kurzfilm überhaupt entsteht, der bekommt in Johnnes Bachmanns „Der Film vom Propellermann“ (Schweiz, 22 Min.) einen kleinen Eindruck davon. In der Komödie geht es nicht nur ums Filmen, sondern auch ums Fliegen. Und darum, dass man gute Ideen braucht und an sich glauben muss, um erfolgreich abzuheben…

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