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„Sekuritas“ beim Filmfestival Max Ophüls Preis

„Sekuritas“ beim Filmfestival Max Ophüls Preis : Wovon träumen eigentlich Häuser?

Was denken eigentlich Häuser über ihre Bewohner? Je nach Stabilität ihrer Bauweise sehen sie über Generationen Menschen ein- und ausgehen, leben, vielleicht sterben. Und wenn über ihnen selbst die Abrissbirne pendelt – was wird aus den Erinnerungen der Häuser?

Das fragt sich die Schweizerin Carmen Stadler in ihrem Langfilmdebüt „Sekuritas“, das furios beginnt: mit einer Kamera, die Büroräume und endlose Gänge abfährt, sich um ihre Achse dreht, die Zimmerdecken wie den Boden wirken lässt – und mit einer Stimme aus dem Off, die von der Vergänglichkeit spricht. Wir hören die Gedanken eines alten Bürogebäudes, das demnächst abgerissen werden soll, aber noch einen finalen Wunsch in seinem Betonherzen trägt: in seinen vier Wänden eine letzte Liebesgeschichte zu erleben.

Märchenhaft enthobenes Kino

Die Chancen stehen gut, denn durch das nächtliche Bürogebäude wandeln einige einsame Seelen – etwa eine kernige Wachfrau, die strengen Blickes die Büros abschreitet, eine emotional angeschlagene Sekretärin, ein Koch, ein melancholischer Noch-Chef und ein Putzmann. Sie begegnen sich, ziehen sich an (einmal auch aus), stoßen sich wieder ab, wandeln weiter. Ein märchenhaft enthobenes Kino bietet „Sekuritas“, mit knappen Dialogen, vielsagenden Blicken, surreal angehauchten Situationen – als wäre man selbst in einem Büro eingedöst und träume das Alles. Bei zwei Stunden Laufzeit kommt es zwar zu filmischen Ermüdungserscheinungen (ein strafferer Schnitt wäre willkommen) - aber über weite Strecken hat das seinen ganz eigenen, abstrakten und verspielten Reiz.

Termine: Mittwoch, 17 Uhr, Cinestar 3; Freitag, 18 Uhr, Camera Zwo; Sonntag 20 Uhr, Cinestar.