Vier Siege für die saarländischen Ringer-Bundesligisten

Ringer-Bundesliga : Köllerbacher Aufholjagd am perfekten Bundesliga-Wochenende

Alle Saarvereine gewinnen ihre Heimkämpfe. Herausragender Auftritt des KSV nach der Pause gegen den bisher ungeschlagenen TuS Adelhausen.

Vier Heimkämpfe, vier Siege – das ist die mehr als beachtliche Ausbeute der saarländischen Ringer-Bundesligisten vom Samstag. Herausragend war dabei der 14:9-Erfolg des KSV Köllerbach im Spitzenduell mit dem TuS Adelhausen. „Wir haben am Freitag in der Manschaftssitzung die Situation besprochen“, sagte Thomas Geid, der Mannschaftsverantwortliche beim KSV, dem mit Heiki Nabi, Miroslav Kirov und Andrii Yatsenko gleich drei Leistungsträger wegen Abstellung zur jeweiligen Nationalmannschaft fehlten, „es war klar, dass wir nur eine Chance haben, wenn jeder über seine Grenze hinausgeht. Das haben alle zehn Sportler getan.“

Anfangs sah es allerdings gar nicht gut aus für den KSV. 2:9 lag man zur Pause vor über 400 Zuschauern in der Kyllberghalle zurück. Nur Valentin Seimetz (66 Kilo Freistil) und Nicolai Ceban (98 Kilo Freistil) konnten bis dahin ihre Kämpfe gewinnen. Mit dem erhofften Sieg von Tarek Mohamed Abdelslam Sheble gegen Arian Güney (86 Kilo griechisch-römisch) begann dann eine atemberaubende zweite Hälfte. Marc Antonio von Tugginer setzte sich gegen den starken Danjel Janecic in der Klasse bis 71 Kilo Greco durch. „Es war mein erster Sieg gegen ihn überhaupt“, sagte „Toni“ im Anschluss, „er kam zur richtigen Zeit.“

Denn plötzlich begann das Rechnen auf dem Kyllberg, und es wurde nur vom Jubel unterbrochen. Denn Mihail Sava legte nach. Trotz sieben Kilo Gewichtsunterschied konnte der Köllerbacher Freistiler Georg Harth mit 4:1 in Schach halten. „Bei einer solchen Konstellation muss man taktisch ringen, darf nicht ins offene Messer laufen“, erklärte Sava seine Herangehensweise, „ich habe auf meine Chance gewartet. Dass es dann so klappt, freut mich vor allem für die Mannschaft.“

Routinier Andrij Shyyka (75 Kilo Freistil) legte Nachwuchsmann Mirco Kuder auf die Schultern, KSV-Kapitän Timo Badusch (75 Kilogramm griechisch-römisch) ließ gegen Sascha Keller beim 6:0 dann nichts mehr anbrennen. „Wir wussten, dass wir nach der Pause mitringen können“, sagte Geid, „was dann aber kam, war sensationell.“ Der KSV hat sich an der Tabellenspitze festgesetzt und ein Ausrufezeichen unter die eigenen Ambitionen gesetzt.

Riesenjubel gab es auch in der Riegelsberghalle. Der KV Riegelsberg feierte beim 16:15 über den ASV Urloffen den ersten Heimsieg seit der Eingliederung in die Bundesliga 2017. Die Punkte holten Paul Riemer (57 Kilo Freistil), Konstantin Stas (71 Kilo Greco), Anthony Tantini (86 Kilo Greco) und Asadula Ibragimov (98 Kilo Freistil) mit technisch überlegenen Siegen. Den historischen Erfolg in trockene Tücher brachte dann Henrik Schmitt, der in der Klasse bis 75 Kilo griechisch-römisch gegen Svilen Kostadinov zwar mit 4:12 unterlag, damit eben aber „nur“ drei Mannschaftspunkte abgab. „Das war für uns so schön wie für andere eine deutsche Meisterschaft“, freute sich KVR-Trainer Edgar Paulus, dem kurzfristig Robin Paulus (Operation am Ohr) und Kai Stein (Rippenbruch) ausgefallen waren, „es war eine tolle Leistung der gesamten Mannschaft.“

Nach der überraschenden Niederlage in Hausen-Zell zeigte sich der AC Heusweiler beim 21:14-Erfolg über Freiburg deutlich konzentrierter. Der ASV Hüttigweiler rundete mit einem 20:14 über Hausen-Zell das perfekte saarländische Ringerwochenende ab. Die Liga macht nun drei Wochen Pause. Am 9. und 10. Nevomber steht dann zum Abschluss der Vorrunde ein Doppelkampfwochenende an.

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