Bitteres Abschluss-Wochenende für KSV Köllerbach

Ringer-Bundesliga : KSV Köllerbach erlebt ein Debakel

Ringer unterliegen sensationell Hüttigweiler und ziehen brutales Viertelfinal-Los.

„Das war nicht unser Abend“, sagte Thomas Geid, der Mannschaftsverantwortliche beim Ringer-Bundesligisten KSV Köllerbach. Erst unterlag der KSV im letzten Vorrundenkampf zuhause gegen den ASV Hüttigweiler sensationell mit 17:19, dann bekamen die Köllerbacher den schwerstmöglichen Gegner fürs Viertelfinale zugelost: In der Neuauflage des Finales der vergangenen Saison trifft der KSV auf den deutschen Meister Wacker Burghausen.

Der Hinkampf findet am kommenden Samstag um 19.30 Uhr im Püttlinger Trimm-Treff statt, der Rückkampf ist am 29. Dezember in Burghausen. „Es ist genau der Gegner, dem wir eigentlich aus dem Weg gehen wollten“, sagte Geid: „Natürlich können wir gegen Burghausen gewinnen. Aber dann muss alles passen, jeder einzelne an seine Leistungsgrenze gehen.“

Das gelang am Samstag gegen Hüttigweiler nicht. Die Schlüsselkämpfe entschieden die Gäste für sich. In der Klasse bis 80 Kilo griechisch-römisch siegte Hüttigweilers Moldawier Mihail Bradu technisch überlegen gegen Pajtim Sefaj. Das hatte man sich beim KSV ebenso anders vorgestellt wie die Klasse bis 86 Kilo Freistil. Dort führte Istvan Vereb kurz nach der Pause mit 6:1, brach dann aber gegen Denis Balaur total ein und unterlag noch deutlich 6:16. „Ich kann mich nicht erinnern, dass Köllerbach je in der 1. Liga einen Heimkampf gegen eine andere saarländische Mannschaft verloren hat“, sagte Geid und ergänzte: „Der Sieg für den ASV war verdient.“

Auch wenn es paradox klingt, entscheiden im Mannschafts-Ringen oft auch die knapperen Einzelniederlagen das Gesamtergebnis. So konnte Köllerbachs Andrij Shyyka sich bei Mathias Schwarz für die Hinrundenniederlage zwar revanchieren, holte in der Klasse bis 75 Kilo Freistil beim 4:0 aber eben nur zwei Mannschaftspunkte. Drei Zähler waren es für Oleksandr Khotsianivskyi im unkrainischen Duell in 130 Kilo Freistil gegen Oleksandr Koldovskyi. So hatten in der Addition die Gäste nahezu historisch die Nase vorne. „Es ist natürlich eine Momentaufnahme – für uns eine sehr schöne“, sagte Hüttigweilers Trainer Christoph Gall: „Wir hatten uns eine kleine Chance ausgerechnet, aber es hat perfekt gepasst.“

Für den ASV Hüttigweiler war es der herausragende Abschluss einer Saison, die auf Platz vier endete. Fünfter wurde der AC Heusweiler, der am letzten Kampftag das zweite Saarderby gegen den KV Riegelsberg mit 11:8 für sich entscheiden konnte. 250 Zuschauer erlebten in der Sporthalle der Gemeinschaftsschule Heusweiler einen herausragenden Ringkampfabend.

Die Entscheidung fiel im allerletzten Kampf. Zwar führten die Gastgeber mit zwei Zählern, als Baba Jan Ahmadi in der Klasse bis 75 Kilo Freistil gegen Daniel Decker auf die Matte ging, doch geriet der sicher geglaubte Sieg noch heftig ins Wanken. 100 Sekunden vor dem Schlussgong führte der Riegelsberger 14:10, das wäre der Ausgleich im Kampfabend gewesen. Doch Ahmadi drehte noch einmal auf, gewann 16:14. Mit insgesamt 15 technischen Wertungen zeigten beide Sportler ein echtes Spektakel. Riegelsberg beendet eine von großem Verletzungspech überschattete Saison auf dem letzten Platz, aber mit erhobenem Haupt. „Die Jungs haben gekämpft wie die Berserker“, sagte Riegelsbergs Trainer Edgar Paulus.