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Im Notfall sind sie schnell zur Stelle

Die Sauerstofftasche ist immer dabei: Die First Responder der Freisener Feuerwehr haben die SZ-Leser mit ihrem Einsatz für Leib und Leben überzeugt. Foto: F. R.
Die Sauerstofftasche ist immer dabei: Die First Responder der Freisener Feuerwehr haben die SZ-Leser mit ihrem Einsatz für Leib und Leben überzeugt. Foto: F. R. FOTO: F. R.
Freisen. Ein starkes Team aus Notärzten, Assistenten und Rettungssanitätern: Die First Responder der Feuerwehr in Freisen leisten Erste Hilfe, die Menschen vor dem Tod bewahren kann. Für die SZ-Leser sind sie deshalb „Saarlands Beste“. Benjamin Rannenberg

Ohne das Erste-Hilfe-Team hätte sie nicht überlebt: Eine Frau klagt zunächst über schwere Atemnot, dann setzt das Herz-Kreislauf-System aus. Die Leitstelle auf dem Saarbrücker Winterberg alarmiert die so genannte First-Responder-Gruppe - sofort einsatzbereite Rettungskräfte - der Freisener Feuerwehr parallel zu den Rettungskräften der St. Wendeler Rettungswache. Die Wiederbelebungsmaßnahmen zeigen Wirkung, die Frau kann gerettet werden. Für dieses außergewöhnliche Engagement haben die SZ-Leser die Gruppe zur "Saarlands Besten" im Januar gewählt.

Die First-Responder-Gruppe - eine von landesweit drei - hilft seit Januar 2014 mit speziell ausgebildeten Kräften und medizinischer Ausrüstung bei medizinischen Notfällen, die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens zu überbrücken. In der Gemeinde Freisen kommt es meist zu solchen Engpässen, wenn sich der dort stationierte Rettungswagen gerade im Einsatz befindet und andere Rettungsfahrzeuge eine lange Anfahrt haben. Jeweils zwei Helfer aus dem Team fahren bei medizinischen Notfällen voraus und leisten entsprechende Erste-Hilfe-Maßnahmen. Am häufigsten werden die First Responder bei Herz-Kreislauf-Stillstand, Herzinfarkten, schwerer Atemnot, unzureichender Herz-Kreislauf-Versorgung, unklarer Bewusstlosigkeit sowie bei schweren Unfällen alarmiert.

"Die First Responder ersetzen aber nicht den regulären Rettungsdienst, sondern überbrücken die Zeit bis zu dessen Eintreffen und unterstützen diesen am Einsatzort bei der weiteren Versorgung", stellt der stellvertretende Leiter der Gruppe, Christian Alles, klar.

Momentan setzt sich das Team aus 15 Mitgliedern zusammen, davon sieben Rettungsassistenten, sechs Rettungssanitäter und zwei Notärzte. Alle eint, dass sie sich neben ihren Berufen ehrenamtlich engagieren. "Wir können aufgrund unserer beruflichen Verpflichtungen nicht gewährleisten, dass die Helfer das ganze Jahr über rund um die Uhr die Einsätze wahrnehmen können", sagt Alles. Dennoch konnten die First Responder bisher bei nahezu allen Alarmierungen ausrücken. Das Team der First Responder wurde seit Januar 2014 zu bisher 120 Einsätzen gerufen.

Eine große finanzielle Unterstützung erfährt die Gruppe vom gemeinnützigen Förderverein "First Responder" der Feuerwehr Freisen , ortsansässigen Firmen und Privatleuten, die spenden. Ohne diese Förderer, sagt Alles, gelänge es nicht, die teure medizinische Ausrüstung wie Defibrillator, Sauerstoffflaschen und Notfallrucksäcke anzuschaffen. Für März/April plant die Gruppe, eine Ausbildung zum Rettungssanitäter anzubieten. Diese ist zugleich die Mindestqualifikation für jeden First Responder in Freisen . Wer die 520-Stunden-Ausbildung inklusive zwei vierwöchiger Praktika und Prüfungen erfolgreich abschließt, kann in der First-Responder-Gruppe mitarbeiten.