1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Freisen

Im Notfall sind sie schneller als der Rettungsdienst

Im Notfall sind sie schneller als der Rettungsdienst

Sie sind in wenigen Minuten da, wenn nach einem Unfall Hilfe benötigt wird: die Mitglieder der First-Responder-Gruppe Freisen. Bereits 100 Mal sind sie seit ihrer Gründung Anfang des Jahres ausgerückt.

Seit Januar gibt es in Freisen eine First-Responder-Gruppe, die an die Feuerwehr der Gemeinde Freisen angegliedert ist. Diese Helfer werden von der Rettungsleitstelle parallel zum Rettungswagen und Notarzt alarmiert, um bei zeitkritischen medizinischen Notfällen wie Herzinfarkten schnelle adäquate medizinische Hilfe zu leisten. Da die freiwilligen Helfer in den Ortsteilen der Gemeinde Freisen wohnen, können sie binnen weniger Minuten am Einsatzort sein und die Patienten versorgen, bis der reguläre Rettungsdienst eintrifft. Diese Minuten können über Leben und Tod entscheiden. "Außerdem sind Angehörige eines Patienten oftmals überfordert und mehr als dankbar, wenn kurz nach dem Notruf bereits einer unserer Helfer vor der Tür steht", sagt Oliver Kastel, Leiter der First-Responder-Einheit.

Die Mehrzahl der Einsätze sind internistische und neurologische Notfälle , gefolgt von chirurgischen Einsätzen, Verkehrsunfällen und Kindernotfällen.

Kürzlich sind die Helfer zu ihrem 100. Einsatz gerufen worden. Bei Bedarf kann die Gruppe auch außerhalb des Freisener Gemeindegebietes zu Einsätzen alarmiert werden. So wurden die Kameraden im Sommer vergangenen Jahres bei einem schweren Verkehrsunfall in die Nähe von Baumholder geschickt und versorgten dort mehrere Patienten, bis der Rettungsdienst eintraf.

Die First-Responder-Gruppe der Feuerwehr Freisen besteht aus 16 Mitgliedern, darunter zwei Notärzte, acht Rettungsassistenten und sechs Rettungssanitäter. Von 100 Alarmen konnte lediglich ein Einsatz nicht wahrgenommen werden. Aktuell gibt es im Saarland drei solcher First-Responder-Gruppen: Humes-Hirscheid, Losheim und Freisen . Die Einsätze der Helfer sind kostenlos. Ausrüstungsgegenstände wie Notfallrucksäcke werden über einen Förderverein finanziert, der auf Spenden von Privatleuten, Firmen und Mitgliedern angewiesen ist. Im vergangenen Jahr konnten mithilfe von Spenden für jedes Mitglied ein Pulsoxymeter, ein zweiter Defibrillator oder auch fünf Taschen mit medizinischem Sauerstoff angeschafft werden.

feuerwehr-freisen.de