Team der Schülerzeitung Cuss in St. Wendel stellt sich vor

Schülerzeitung des St. Wendeler Cusanus-Gymnasiums ausgezeichnet : Junge Journalisten mit großem Ehrgeiz

Schon zum zweiten Mal gewann die Schülerzeitung Cuss des Cusanus-Gymnasiums St. Wendel den Axel-Buchholz-Preis. Die SZ wirft einen Blick hinter die Kulissen.

Schon in der Aula sind die Erfolge zu sehen. In einem Glaskasten hängen Urkunden sowie zahlreiche Artikel, die von Schülern des Cusanus-Gymnasiums verfasst wurden. Der Fleiß der jungen Journalisten hat sich bereits zwei Mal ausgezahlt. 2017 teilte sich die Schülerzeitung Cuss den Axel-Buchholz-Preis noch mit dem Deutsch-Französischen Gymnasium in Saarbrücken. In diesem Jahr sicherte sich Cuss alleine die Auszeichnung in der Kategorie Print, die mit 1500 Euro dotiert ist. „Ich konnte das gar nicht glauben. Eigentlich dachte ich, wir gewinnen ja eh nicht, weil wirklich viele gute Schülerzeitungen dabei waren“, schildert Anna Urhahn ihre Gedanken bei der Preisverleihung. Anna war zusammen mit Louisa Bauer Chefredakteurin jener Cuss-Ausgabe von 2018, die den Preis gewann. Die Schülerzeitung erscheint einmal im Jahr – immer vor den Sommerferien, sodass bei Anmeldeschluss des Axel-Buchholz-Preises im Februar die Ausgabe aus dem Vorjahr eingereicht werden musste. Ausschlaggebend für den Gewinn war ein Artikel über das Praktikum der neunten Klassen bei der Handwerkskammer. Diesen haben Hannah Sophie Maus und Joelle Jung verfasst. Die Schüler erzählen, dass die Jury die Kritik im Artikel besonders gelobt habe. Das ist auch, was den Schülern an ihrer Zeitung selbst am meisten gefällt. „Die Cuss ist ehrlich und authentisch“, erklärt Joelle. „Außerdem ist sie sehr kritisch und kann in der Schule wirklich was bewegen“, fügt Franziska Böhnlein hinzu. So wurde nach dem Artikel über das Praktikum bei der Handwerkskammer die Form des Praktikums verändert, wie der betreuende Lehrer Thomas Krämer erzählt.

Strenggenommen hat das Cusanus Gymnasium zwei Schülerzeitungen. Im ersten Schulhalbjahr erscheint der Cusanus-Kurier, bei dem auch die Lehrer mitwirken und Artikel verfassen. Im zweiten Schulhalbjahr wird das Zepter an die Schüler abgegeben, damit kurz vor den Sommerferien die Cuss erscheinen kann. „Dann steht die Chefredaktion vorne und sagt mir, was ich zu tun habe“, verrät Krämer. Zusammen mit Deutschlehrerin Sarah Henze übernimmt Krämer dann nur noch eine beratende Funktion und Henze das Korrekturlesen. „Ich sage immer, wir zensieren nicht“, betont Krämer. So kommt es auch mal vor, dass Lehrer in Kritik geraten. „Mittlerweile Tradition bei der Cuss hat die Homestory, bei der wir Lehrer zu Hause besuchen“, erzählt Josina Lesch und fügt hinzu: „Vertuscht wird dabei nichts.“

Die Redaktion der Cuss besteht zurzeit aus 14 Schülern der Klassen neun bis zwölf, wovon allerdings die Hälfte im kommenden Schuljahr ihr Abitur machen wird. Wenn die Arbeiten an der Cuss dann im Januar beginnen, könnte die Arbeitsgemeinschaft (AG) ziemlich geschrumpft sein. „Eigentlich ist die AG für alle ab Klasse fünf offen, wobei ab Klasse acht erst die Erfahrung für das technische Verständnis und die Bildbearbeitung gegeben ist. Wenn die Schüler in Klasse acht einsteigen, bleiben sie meist auch bis zum Abitur in der Zeitungs-AG“, stellt Krämer fest.

Damit mal wieder mehr Nachwuchs kommt, sprechen Krämer und Henze die Schüler gezielt an und werben für die Schülerzeitung. „Ich mache immer noch Werbung, weil ich überzeugt bin, dass die Schüler in AGs auch was fürs Leben lernen. Ziel ist hier, dass die Schüler Führungsstärke entwickeln“, betont Krämer. Eine konkrete Entwicklung der Schüler kann er dabei auf jeden Fall beobachten.

So setzte sich die Chefredaktion der jüngsten Ausgabe das Ziel, den Titel ihrer Vorgänger beim Axel-Buchholz-Preis zu verteidigen. „Die Zeitung soll mindestens auf dem Gewinnerniveau bleiben oder am besten noch besser werden“, lautet Annas Vorsatz. Auch männlicher Nachwuchs ist zurzeit gefragt, da nur ein Junge in der AG ist. Krämer vermutet: „Die Bereitschaft der Mädchen, Zeit über das Normale hinaus zu investieren, ist größer.“ Der Zeitaufwand sei bei der Cuss nämlich beachtlich. Zuerst treffen sich die Schüler in den großen Pausen, um hier Ideen zu sammeln und zu verteilen. Daraus werden dann sechs bis sieben Samstagstermine jeweils von 9.30 bis 13 Uhr, an denen die Schüler selbstständig die Artikel schreiben, das Layout setzen, Werbeanzeigen einbauen und alles, was sonst noch dazu gehört, erledigen.

Bei der Arbeit am Computer: Anna Urhahn und Louisa Bauer waren Chefredakteurinnen der Gewinnerausgabe. Foto: Marie-Christine Barra

Doch die AG ist nicht nur Arbeit, sondern auch Vergnügen. Von einem Teil des Preisgeldes fuhr die Arbeitsgemeinschaft nach Mainz, um das ZDF zu besichtigen. Die Mühe zahlt sich also aus. Und so hat Joelle für nächstes Jahr ein klares Ziel: „Wir geben uns weiterhin Mühe und legen einen Gang zu, sodass wir nächstes Jahr wieder gewinnen.“

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