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Michel Eifler baut Umzugswagen von KKV und Musikverein Edelweiß nach

Fastnacht im Miniaturformat : Als in Eisen der erste Umzug ging

13-Jähriger baute Mottowagen nach und überraschte damit Eisens Karnevalisten und Musiker. Dann regnete es Konfetti.

Einen eigenen Fastnachtsumzug gibt es im Dörfchen Eisen bislang nicht. Seit mehr als drei Jahrzehnten aber verbreiten die närrischen Mitglieder des Kultur-und Karnevalvereins (KKV) „Mir senn gudd droff“ und des Musikvereins Edelweiß gute Stimmung bei den Umzügen in Sötern und Nonnweiler. „Dieses Jahr sind wir ja alle wegen Corona leider ausgebremst worden. Was für richtige Fasenachter traurig ist“, sagt die KKV-Vorsitzende Kerstin Jenet-Molter. Zum Trost gab es aber eine besondere Überraschung: die originalgetreu nachgebauten Motivwagen der beiden Vereine aus dem vergangenen Jahr. Gefertigt hat sie der handwerklich begabte Michel Eifler.

KKV-Chefin Jenet-Molter wusste zunächst nichts davon, dass der 13-Jährige beiden Motivwagen nachgebaut hat. Und der Schüler, der das Gymnasium in Hermeskeil besucht, sagt: „Ich habe die Wagen gebaut, weil mir langweilig war.“ Als Vorlage habe er Fotos von beiden Wagen benutzt. „Bei meinem Spielzeug von früher waren zwei Kipper dabei und zwei Traktoren, die die Wagen ziehen“, berichtet Michel.

Zwei Wochen Arbeit steckte er in Planung und Umsetzung seines Fastnachtsprojekts. Aus Spanplatten schnitt er dünne Balken und befestigte darauf ein Dach für den Wagen der Musiker. „Im Musikverein spiele ich Schlagzeug und im vergangenen Jahr bin ich selbst auf dem Wagen mitgefahren“, sagt Michel, der 2020 für das „Narrenorchester“ im Einsatz war.

Schwieriger, so gesteht der Wagenbauer, habe sich die Konstruktion des KKV-Motivwagens „Moulin Rouge“ gestaltet. „Ich habe zuerst die Windmühle aus Holz gebaut, dann habe ich aber Pappe genommen, weil die Mühle ein Sechseck werden sollte“, erklärt er. Die Pappe für die etwa 30 Zentimeter hohe Mühle tackert Michel zusammen. Stellenweise wird der Aufbau noch verschraubt und mit roter Farbe angepinselt. Michels Mama Nicole ist in beiden Vereinen aktiv, und der Sohnemann schickt die Fotos von seinen fertigen Motivwagen der KKV-Vorsitzenden Jenet-Molter. „Da war ich schon überrascht. Aber mir war direkt klar, dass wir daraus etwas machen müssen. Jeder sollte sehen, was Michel in seiner Freizeit gebaut hat“, erläutert sie.

Auch den KKV-Motivwagen „Moulin Rouge“ aus dem vergangenen Jahr hat Michel Eifler nachgebaut. Foto: Eifler

Kurzerhand vereinbarte der KKV daraufhin ein Vor-Ort-Termin mit dem Wagenbauer – und dann ging der erste Umzug in Eisen: Die beiden Wagen wurden, mit einer Schnur verbunden, über die Straße gezogen. „Dazu haben wir Konfetti regnen lassen und einen Kurzfilm zum ersten Umzug in Eisen gedreht. Teilnehmer waren Narren aus beiden Vereinen“, sagt Jenet-Molter. Sie ist froh, dass somit die Zukunft der Wagenbauer gesichert ist.