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Familie aus Bosen bastelte sich ihren eigenen Rosenmontagsumzug

So feiert Bosner Familie den Rosenmontag : Wenn Barbie und der Bagger beim Umzug starten

Da Corona die Fastnacht quasi ruhen lässt, hat Familie Schmitt aus Bosen beschlossen, Rosenmontag einen Umzug im eigenen Zuhause zu veranstalten.

In der Fastnachtssession 2020/21 ist alles ein bisschen anders, aber eines ist gewiss: Auch in diesem Jahr heißt es am heutigen Rosenmontag in Bosen „Der Zug kommt!” Punkt 14.11 Uhr wird der Zug im Miniaturformat mit vier farbenfrohen Motivwagen im Wohnzimmer der Familie Schmitt in Bewegung gesetzt. Wie das? „Wir gehen in jedem Jahr mit den Kindern zu den Umzügen nach Theley, Marpingen und Bosen. Da ja alles abgesagt ist, habe ich die Idee gehabt, dass wir uns halt den eigenen Fastnachtszug bauen“, berichtet Andrea Schmitt, die sich nach eigener Angabe als etwas „fastnachtsverrückt“ bezeichnet.

In diesen Zeiten müsse man sich etwas einfallen lassen, um vier Kinder daheim zu beschäftigen. „Auf die Dauer ist das schon schwierig“, findet sie. Am Fetten Donnerstag wurde bereits mit Luftschlangen und Konfetti gefeiert. „Die Kinder sollen Spaß haben, auch wenn die Fastnachtsveranstaltungen überall weggefallen sind“, sagt Andrea Schmitt. Und ähnlich wie bei einem Festkomitee hat sie sich mit dem Nachwuchs Gedanken gemacht, wie der Zug aussehen kann. „Jedes Kind sollte mit eigenen Ideen seinen Lieblingswagen mitbauen“, erläutert sie.

Kartons, Servietten, Pappdeckel und weitere Utensilien seien für die Verkleidung und Dekoration der Wagen bereitgelegt worden. Während die Kinder und ihre Mama den Zug kreierten, ging Papa Andreas seiner Arbeit im Homeoffice nach. „Wir haben zwei, drei Tage gebastelt, die Kinder waren hin und weg“, beschreibt Andrea Schmitt die Atmosphäre beim kreativen Gestalten der einzelnen Wagen.

Die Kinder brachten dabei auch ihr Spielzeug zum Einsatz. Und so sieht der Zug im Detail aus. Die fünfjährige Lea baute aus Lego-Bausteinen einen Wagen, um „Karneval mit den Freunden“ zu feiern. Für die Männeken auf dem Wagen fertigte sie bunte Papierhüte. Zwei Lautsprecher aus Plastik übertragen die tolle Stimmung auf die tanzenden Narren am Straßenrand. Unzählige Servietten sind zu Papierrosen gefaltet und an Lenis (5) schmuckem Wagen mit dem Motto „Wo Blumen blühen lächelt die Welt!“ angeheftet worden. Dazu winkt eine Puppe der Menschenmenge zu.

Die dreijährige Laura bettet eine Meerjungfrau auf Rosen. Im kurzen Oberteil thront das weibliche Fabelwesen umgeben von Herzen auf dem Wagen, der von einer blonden Traktorfahrerin aus der Barbie-Kollektion gezogen wird.

„Ben spielt gerne mit einem Bagger“, erläutert Andrea Schmitt. So ist das Spielzeug des eineinhalbjährigen Sohnemanns rundum verkleidet worden. Eine Puppe mit Schnuller im Mund und Luftschlangen um den Hals steuert den Bagger. Da das dekorierte Arbeitsgerät am Rosenmontag im Zug eingesetzt wird, steht „Alleh Hopp“ an der Seite.

Lea, Ben, Laura und Leni (von links) haben sich als Indianer verkleidet. Und weil sie mit den Kostümen in diesem Jahr zu keinem Umzug gehen können, haben sie sich den selbst gebastelt. Foto: Andrea Schmitt

Zudem haben die vier Kinder für alle ihre Freunde noch Fastnachtsboxen gebastelt, ein paar Süßigkeiten reingesteckt und sie ihnen vor die Tür gestellt. „Zu gerne hätten sie ihnen den Zug auch gezeigt. Aber das geht im Moment ja nicht. Dass sich die Kinder nicht mit Freunden treffen können, ist schon schwer für sie“, bedauert Andrea Schmitt, wenn sie sich in die Lage des Nachwuchses versetzt. Doch der wird am Rosenmontag seinen Fastnachtsspaß haben. Lea, Leni, Laura und Ben verkleiden sich als Indianer und werden ihren ganz eigenen den Bosener Umzug durch die Wohnung rollen lassen.