Verfahren gegen ehemaligen Pfarrer aus Freisen in Köln zieht sich weiter in die Länge

Sexueller Missbrauch : Noch kein Termin für die Verhandlung

Viel zu tun in Köln: Wann der Ex-Pfarrer von Freisen vor Gericht steht, ist noch unklar.

 152 Verfahren sind derzeit am Kirchengericht in Köln anhängig. Da gibt es viel abzuarbeiten. Das ist der Grund, warum noch nicht abzusehen ist, wann die Verhandlung gegen den ehemaligen Freisener Pfarrer, der des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt wird, beginnt. Thomas Klimmek, Pressesprecher beim Erzbistum Köln, klärt auf Nachfrage der Saarbrücker Zeitung auf: „Ein Zeuge, der noch nicht befragt wurde, konnte angehört werden.“ In Kürze gebe es weitere Ermittlungen im Zusammenhang mit dieser Aussage. Und weiter: „Hinsichtlich der Zeugen, die bereits in Trier ausgesagt haben, wird sich der Kirchenanwalt dahingehend erklären, ob er noch eine weitere, erneute Befragung beantragt. Unnötige Belastungen für Betroffene sind auszuschließen.“ Und schließlich wird auch der Beschuldigte die Möglichkeit haben, sich zu den Anschuldigungen zu äußern.

Zum Hintergrund: Das Bistum Trier hatte den langjährigen Freisener Pastor zum 14. April 2015 von seinen Aufgaben entbunden. Am 1. Mai 2015 ging der Pastor in den Ruhestand. Die Voruntersuchungen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger wurden im Mai 2016 eingeleitet. Im September 2017 hatte Bischof Stephan Ackermann den entsprechenden Untersuchungsbericht dem Vatikan zugeleitet — mit der Empfehlung, ein kirchliches Strafverfahren zu eröffnen. Die dortige Glaubenskongregation sollte über das weitere Vorgehen entscheiden. Am 10. Januar 2018, also fast genau vor einem Jahr, stand fest: Gegen den ehemaligen Pfarrer wird ein kirchliches Strafverfahren eingeleitet. Um Neutralität zu wahren, sollte dieses bewusst nicht im Bistum Trier geführt werden. Die Wahl fiel auf Köln. Der Fall hatte in der Gemeinde Freisen für große Unstimmigkeiten in der Bevölkerung geführt.

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