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Herz öffnen für Umgang mit Behinderten

Herz öffnen für Umgang mit Behinderten

Freisen. Der "Treffpunkt Freisen - Un(be)hindert miteinander leben", eine Arbeitsgruppe, die sich um behinderte Menschen kümmert, ist 15 Jahre alt geworden. Der runde Geburtstag war der Gruppe, die sich aus Mitgliedern des Pfarrgemeinderates und des Roten Kreuzes zusammensetzt, ein Anlass, zum zweiten Mal eine Ausstellung für Behinderte und ihre Angehörigen zu organisieren

Freisen. Der "Treffpunkt Freisen - Un(be)hindert miteinander leben", eine Arbeitsgruppe, die sich um behinderte Menschen kümmert, ist 15 Jahre alt geworden. Der runde Geburtstag war der Gruppe, die sich aus Mitgliedern des Pfarrgemeinderates und des Roten Kreuzes zusammensetzt, ein Anlass, zum zweiten Mal eine Ausstellung für Behinderte und ihre Angehörigen zu organisieren. Seit 1994 machen ihre Mitglieder vor, wie behinderte und unbehinderte Bürger miteinander umgehen, was sie gemeinsam tun können und wie man damit anderen ein Beispiel gibt."Behinderte sind Menschen, die auch ihre Gefühle haben. Sie besitzen Kompetenzen und können vieles schaffen", sagte der saarländische Minister für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales, Gerhard Vigener, bei der Eröffnung der Ausstellung. Deshalb seien die eigens für sie geschaffenen Werkstätten segensreiche Einrichtungen. Die Gesellschaft müsse alles tun, damit Behinderte am normalen Gemeindeleben teilnehmen können. "Deshalb ist dieser Treffpunkt Freisen so wichtig. Er sollte sich bemühen, seine Ideen mehr und mehr in die Tat umzusetzen", empfahl der Minister. Was der Treffpunkt tue, seien gelebte christliche Werte, stellte der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald fest. Behinderte Menschen dürften nicht versteckt, sondern es müsse ihnen die Teilnahme am täglichen Leben ermöglicht werden. Der Umgang mit ihnen sei ein Gradmesser für das Miteinander in einer Gemeinde. Im Saarland, so der Landrat, lebten 90 000 behinderte Menschen, 7417 davon im Landkreis St. Wendel und 658 in der Gemeinde Freisen. Die meisten von ihnen würden daheim wohnen, seien aber auf Unterstützung angewiesen. Die neue Sozialgesetzgebung des Saarlandes habe die Weichen dafür gestellt, dass Behinderte besser leben könnten. Auch der Landkreis tue viel, um ihre Situation zu verbessern, zum Beispiel durch die kürzlich erfolgte Einrichtung des Pflegestützpunktes. Hilfsmittel gezeigtWolfgang Alles ist ebenso lange Bürgermeister in Freisen wie der Treffpunkt alt ist. "Ich konnte während dieser Zeit die Entwicklung der Arbeitsgruppe mitverfolgen. Sie leistet einen großen Beitrag dafür, dass es in der Gesellschaft menschlicher zugeht." Voraufgegangen war eine heilige Messe in der Bruchwaldhalle, zelebriert von Pater Alex Masangu aus Tansania, der zurzeit in Freisen und Wolfersweiler Urlaubsvertretung macht. Der Geistliche hat selbst erfahren, dass man ein offenes Herz braucht, um unbehindert mit Behinderten leben zu können. Beate Staudte, die Sprecherin der Arbeitsgruppe, freute sich über die vielen Gäste in der Halle. Dort waren Infostände zur ambulanten Krankenpflege und zur Pflege daheim aufgebaut. Die Lebenshilfe, das Rote Kreuz und die Bosenbergkliniken stellten sich vor. Außerdem wurden verschiedene Hilfsmittel für Behinderte und ihre Angehörige gezeigt. Der Musikverein Freisen und der Gehweiler Gospelchor sorgten für die Musikalische Unterhaltung der Besucher.