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Ich sehe was
Das Schwere war die Entscheidung

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Es war ein Buch, mit dem wir die Erwachsenen nervten. So weit ich mich nach einem halben Jahrhundert erinnere, war es ein Querformat, der Einband glänzend. Es hieß „Ich sehe was, was du nicht siehst“.

Der Titel war die Ursache der Nerverei. Eltern, Großeltern, Onkels und Tanten mussten das Buch aufschlagen - die Bewegung sehe ich noch vor mir - und wir beiden Kinder vertieften uns ins kleinteilige Gewimmel einer Stadt oder eines Bauernhofs, als sähen wir das zum ersten Mal. Und nicht zum hundertsten. Aber in Wirklichkeit brauchte man ja nur Zeit, um sich zu entscheiden für ein Detail, ein Teil, das der Erwachsene erraten musste: „...und das ist grün“.