| 21:10 Uhr

Schul-Kino-Wochen
Schul-Kino bietet Grundlage zur Diskussion

Saarlouis/Bous. Eine Woche lang zeigen die Kinos in Bous und Saarlouis Filme für mehrere Klassenstufen, die zum Diskutieren anregen wollen. red

An den 17. Schul-Kino-Wochen Saarland nehmen in diesem Jahr auch wieder Kinos im Kreis Saarlouis teil. Vom 12. bis 16. November erwartet die Schüler in Saarlouis und Bous ein Programm mit insgesamt 54 Filmen. Die Schul-Kino-Woche Saarland ist die größte medienpädagogische Veranstaltung des Saarlandes und wird von dem in Berlin ansässigen Netzwerk für Film- und Medienkompetenz Vision Kino und der Landeszentrale für politische Bildung veranstaltet. Auf Einladung des Bildungsministers Ulrich Commerçon haben alle Schulen die Möglichkeit, in den 18 teilnehmenden saarländischen Kinos Vormittagsvorstellungen zu besuchen. „Die Filme bieten mit kulturellen, geschichtlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Themen viele Inhalte für die weitere Beschäftigung im Unterricht an und können anregende Quellen für Diskussionsanlässe sein“, betont der Bildungsminister. Über 25 000 Kinder und Jugendliche haben im vergangenen Jahr an der Schul-Kino-Woche teilgenommen.


Das Capitol-Kino in Saarlouis spielt dieses Jahr erneut Filme aus den Sonderprogrammen der Schul-Kino-Woche. Zum Filmprogramm des Wissenschaftsjahrs 2018 „Arbeitswelten der Zukunft“ wird am Donnerstag, 15. November 10.45 Uhr, der Film „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ (Klassenstufe neun bis zwölf) gezeigt. Der Film basiert auf einer wahren Gegebenheit und erzählt die Geschichte dreier afroamerikanischen Naturwissenschaftlerinnen in den USA der 1960er Jahre. Sie sind Angestellte bei der NASA und erzielen dort außerordentliche Erfolge, ihr Alltag ist allerdings geprägt von Rassismus und Diskriminierung.

An dieser Vorstellung wird eine Wissenschaftlerin aus dem Saarland teilnehmen, mit der die Schüler im Anschluss über die vom Film aufgefassten Themen wie Menschen- und Frauenrechte sprechen werden können. Für Schüler der Grundschule bis Klassenstufe fünf wird aus dem diesjährigen Sonderprogramm „Konflikte in der offenen Gesellschaft“ der Bundeszentrale für politische Bildung außerdem der Film „Überflieger – Kleine Vögel, großes Geklapper“ gezeigt. Darin wird die Geschichte von Spatz Richard erzählt, der bei einer Storchenfamilie aufwächst. Im Sonderprogramm werden die Grenzen einer offenen, toleranten Gesellschaft erörtert und reflektiert. So steht Richard im Film „Überflieger“ vor dem großen Problem, dass ihn seine Familie zurücklässt, als sie im Herbst gen Süden fliegen müssen.



Der Film will Kindern spielerisch Themen wie Identität, Mut und Migration näher bringen. Er kann im Klassenverband Gegenstand von Fächern wie Sachkunde, Biologie oder auch Erdkunde sein.

Die Thalia-Lichtspiele in Bous zeigen neben Kinderfilmen wie „Auf Augenhöhe“, „Petterson und Findus – Findus zieht um“ oder „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ auch Filme für die Mittelstufe wie „Simpel“ (Klassenstufe sieben bis zwölf). Simpel heißt eigentlich Barnabas und ist geistig behindert. Er lebt schon immer mit seinem Bruder Ben zusammen. Als ihre Mutter nach langer Krankheit stirbt, sind die Brüder auf sich allein gestellt.

Die Vormundschaft von Simpel hat nun ihr Vater inne, der aber schon seit langem keinen Kontakt mehr zu seinen Söhnen hat. Dieser ordnet an, dass Simpel in einem Heim unterkommen soll. Doch dies akzeptiert Bruder Ben nicht und macht sich gemeinsam mit Simpel auf die Suche nach ihm. „Simpel“ schafft es, schwierige Themen wie Behinderung, Anderssein und Diskriminierung humorvoll Schülern näher zu bringen und eignet sich unter Anderem zur Besprechung in Fächern wie Sozialkunde oder Ethik.

Anmeldungen sind noch möglich. Über die gesamten Film-, Veranstaltungs- und Fortbildungsangebote der Schul-Kino-Woche Saarland können sich Lehrkräfte im Projektbüro unter der Leitung des Kulturwissenschaftlers Stefan Lange und Annika Hoffmann informieren lassen: Tel. (0 68 97) 7 90 81 03, E-Mail: saarland@schulkinowochen.de. Das Programm gibt es im Internet: