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Johannes Werres wünscht wieder mehre Entschiedenheit

Wochenkolumne : Wahrheiten zur Teestunde

You can’t have the cake and eat it too, sagt der Engländer und praktiziert damit Philosophie zur Teestunde. Übersetzt etwa: Du kannst den Kuchen nicht essen und zugleich behalten wollen. Wie wahr. Wir erleben das jeden Tag.

Wenn große Hallen der 70er Jahre bitteschön endlich saniert werden sollen, aber, bitteschön, doch nicht gleichzeitig geschlossen. Oder kein Strom aus Atomkraft und Kohle, aber kein Windrad in meiner Nähe. Oder klar, wir brauchen gute Abwasserkanäle, aber die Bäume für die Baustelle dürfen nicht gefällt werden. Brücken sanieren – natürlich. Aber in der Zeit kann ich ja nicht drüberfahren. Handeln braucht Entschiedenheit, also Prioritäten, auf die sich die Menschen festlegen. Beides geht, aber nicht beides zugleich. Die Unlust dazu erleben viele Leute an sich, und sie wissen sofort, was da los ist: Krise! Bei den anderen, versteht sich. Und die vermeintliche Krise erkennt man dann gerne bei den Entscheidern in der Gesellschaft. Unfähig! Dabei lässt man einem Entscheider ja überhaupt keine Chance, richtig zu entscheiden. Wir brauchen jeder für sich wieder mehr Entschiedenheit, jeder seinen Kompass, der sagt, wohin es gehen soll und wohin nicht. Gebündelt als Interessen auf der parteipolitischen Ebene, dann sieht man wieder Wege und Ziele.