Wenn Steine von Herzen fallen

So ein bisschen Schadenfreude schwingt da schon mit, wenn man die Nachricht hört, dass Saarbrücken seine hochfliegenden Pläne der Stadtmitte am Fluss in eben jenen werfen darf. Es ist schlicht kein Geld da, und außerdem ist wohl in Teilen bisher schlecht, ja man mag sagen stümperhaft vorbereitet, geplant, gearbeitet worden.

Der Nicht-Saarbrücker hat sich ja schon lange gefragt, welche halluzinogene Substanzen die Landeshauptstädter zu sich genommen haben, die gebetsmühlenartig über Jahre ihr Millionenprojekt verfolgt haben. Brüssel dürfte abwinken, ebenso Berlin. Saarbrücken selbst geht finanziell am Krückstock und vom Land gar nicht zu reden. Das Saarland wird froh gewesen sein, dass der Landesrechnungshof die Beerdigung des ehrgeizigen Projektes eingeläutet hat. Dies nimmt dann wohl das Land aus der Pflicht - Aufatmen (zumindest hinter vorgehaltener Hand) also bei den Finanzverwaltern des Landes. Was sie auf der anderen Seite in die Lage versetzen könnte, die Nordumfahrung Merzig dann doch schneller anzugehen. Oder Saarbrücken sitzt auch dieses Problem aus, bis irgendwer sagt: Die Straße kann - aus welchen Grünen auch immer - nicht gebaut werden. Dann könnte man in der Staatskanzlei wieder Steine von Herzen fallen hören.

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