Einblicke in Bunkerwelten

Zum Tag des offenen Denkmals bietet der Heimatkundliche Verein Köllertal am Sonntag Führungen im Westwallbunker in Berschweiler an. Die Heimatkundler betreuen das gut erhaltene „Regelbauwerk 10 a“ im Auftrag der Gemeinde.

2006 begann der Heimatkundliche Verein Köllertal, den Westwallbunker am Ortseingang von Berschweiler, linksseitig von Heusweiler her gelegen, nach den Denkmalschutz-Richtlinien zu restaurieren. Dank der Hilfe von Firmen, Privatleuten und des THW Heusweiler gelang es, das Bauwerk zugängig zu machen und den Originalzustand aus dem Entstehungsjahr 1938 zu konservieren. Die Befestigungsanlagen im oberen Köllertal gehörten zur Hilgenbachstellung, die sich von Beckingen über die Hilgenbacher Höhe bei Obersalbach bis Blieskastel-Lautzkirchen zog.

Der Typ 10 a, von dem es in Berschweiler noch zwei weitere vollständig erhaltene gibt, besteht aus einem Mannschaftsraum für zehn bis zwölf Soldaten und einem angehängten Kampfstand mit einem Maschinengewehr auf einer Lafette.

Sie dienten 1940 als Quartiere im Bereitstellungsraum für den so genannten Westfeldzug und ab 1944 als Schutzraum für die Bevölkerung bei Angriffen alliierter Flugzeuge. Kämpfe gab es keine um die Anlagen in Berschweiler, als amerikanische Soldaten im Frühjahr 1945 einmarschierten.

Der Bunker in der Berschweiler Straße sowie die beiden Im Borngarten und in der Numborner Straße wurden nach dem Krieg nicht gesprengt, da sie dicht neben Wohnhäusern standen. Heute stehen alle erhaltenen Bunkeranlagen aus der Zeit des "Dritten Reichs" unter Denkmalschutz.

Am Sonntag gibt es Führungen

Der Heimatkundliche Verein bietet am Sonntag zwischen 10 und 15 Uhr Führungen an. Carl-Hermann Christmann, Helmut Schneider und Alexander Nauert werden Fragen der Besucher zum Westwall beantworten und das Leben der früheren Bunkerbesatzungen auch anhand von Einrichtungsgegenständen und Schilderungen von Zeitzeugen beschreiben. So ist zum Beispiel belegt, dass Soldaten ihre Unterkunft "Villa Sorgenfrei" nannten, nachdem sie am 15. August 1939 einem Brautpaar aus dem Ort ein Ständchen brachten und dafür mit zwei Kasten Bier belohnt wurden.

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