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Corona und Internetfallen sind Themen bei Verbraucherzentrale Dillingen

Verbraucherzentrale Dillingen : Corona bescherte viele juristische Fragen

50 Jahre Verbraucherzentrale in Dillingen: Neue Schwerpunkte in der Beratung kamen durch Corona, Flüchtlinge und Internetfallen.

Seit nun 50 Jahren berät die Verbraucherzentrale in Dillingen zu den unterschiedlichsten Bereich; die besonders nachgefragten Themen haben sich dabei im Laufe der Jahrzehnte zum Teil stark gewandelt (> weiterer Bericht Seite C 2).

Brigitte Paul, seit 2013 Leiterin der Beratungsstelle Dillingen, kann berichten: Die Schwerpunkte der Verbraucherrechtsberatungen sind in den vergangenen Jahren ähnlich. Vor allem Telekommunikation inklusive DSL- und TV-Verträge, Abofallen im Internet, Fake-Shops, Identiätsdiebstahl, Phishing-Mails/Trojaner, Urheberrecht, Gewinnspiele, unerbetene Telefonwerbung, reiserechtliche Fragen, Fitnessverträge und unerwünschter Strom- oder Gasanbieterwechsel werden immer wieder nachgefragt.

2015 kam eine neue Herausforderung für die Beratungskräfte hinzu, erinnert sich Paul, nämlich der gewaltige Zustrom von Migranten. Viele Geflüchtete, die im Landkreis Saarlouis eine neue Heimat gefunden hatten, wurden Opfer von Betrügern; die anfänglichen Sprachprobleme wurden vielen zum Verhängnis, nicht selten wurden ungewollte Haustürverträge oder Mobilfunkverträge in Shops untergeschoben. Unbestellte Kreditkarten waren ein sehr großes Thema. Auf der Suche nach einem Kleinkredit, angeblich ohne Schufa-Auskunft, wurden die Betroffenen mit einer Seite verlinkt, auf der sie ihre persönlichen Daten eintragen sollten. Das böse Erwachen kam, als per Post anstatt einer Kreditzusage, eine Nachnahme über eine nicht bestellte kostenpflichtige Kreditkarte war. Inzwischen wurden einige dieser Unternehmen erfolgreich abgemahnt.

Im März 2020 haben sich mit Auftreten der Corona-Pandemie und mit Ankündigung des ersten Lockdowns in unserer Region die Beratungsthemen gewandelt, berichtet Paul außerdem: Reiserechtliche Fragen lagen weit vorn, gefolgt von laufenden Fitnessverträgen und abgesagten Veranstaltungen.

Um der Flut der Anfragen und den geltenden Kontaktbeschränkungen gerecht zu werden, wurden die Telefonberatungszeiten der Verbraucherzentrale des Saarlandes vorübergehend ausgeweitet. „Abgesagte Flüge, Pauschalreisen oder gebuchte Feriendomizile im In- und Ausland mussten rückabgewickelt werden, was nicht immer zur Zufriedenheit der betroffenen Verbraucher führte“, räumt sie ein. Wie auch bei abgesagten oder verschobenen Veranstaltungen, musste erst einmal die Zuständigkeit geklärt werden. Oftmals wurde im Internet über Vermittlungsplattformen gebucht. Von Mai bis Mitte Dezember 2020 konnte - bis zum erneuten verschärften Lockdown - wieder unter entsprechenden Hygieneauflagen persönlich beraten und Rechtsbesorgung durchgeführt werden.

Um den Arbeitsbedingungen, die sich unter der Pandemie verändert haben, gerecht zu werden, erweitert die Verbraucherzentrale ihr Angebot nun schrittweise um Online-Vorträge, telefonische Rückruf- und Videochat-Beratungen. Dies gilt für die gesamte Themenpalette: Verbraucherrechtsberatung, durchgeführt von Beratungsstellenleiterin Brigitte Paul sowie Juristin Eva Ludwig, Konrad Diwo ist für den Fachbereich Finanzdienstleistungen und Versicherungen zuständig, Ernährungsberatung bietet die Ökotrophologin Sandra Pudelko-Hoffmann an und die Energiesparberatung wird von den Diplom-Ingenieuren Joachim Schaaf und Robert Steffen auf Honorarbasis durchgeführt. Bianca Friedrich ist für Organisatorisches am Empfang sowie die Terminvereinbarung zuständig.

Die Verbraucherzentrale des Saarlandes, Beratungsstelle Dillingen, Merziger Str. 46, ist zu erreichen zur Terminvereinbarung: Montag, Mittwoch und Freitag von neun bis elf Uhr, unter Tel. (06 81) 500 89 55. Verbraucherrechtshotline: Montag, Mittwoch, Donnerstag von zehn bis 12 Uhr, Dienstag von 13 bis 15 Uhr, unter Tel. (06 81) 500 89 50.

www.vz-saar.de