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Wenn ein Gemäuer sprechen könnte

Völklingen. Könnte er sprechen, hätte der Alte Bahnhof in Völklingen einiges zu erzählen. Über technischen Fortschritt, prominente Besucher, geschichtliche Fahrten, tragische Unglücke, heitere Anekdoten und über den Nachbarn, die Völklinger Hütte. Dank der Bilderausstellung "120 Jahre Völklinger Bahnhof" des Eisenbahnhistorikers Wolfgang Schöpp können die Besucher des seit 1993 denkmalgeschützten Gemäuers viel über all die Geschichten erfahren. Auch, dass der Alte Bahnhof nicht der erste Bahnhof der Mittelstadt ist. Der wurde bereits 1858 gebaut. "Er befand sich auf Höhe des heutigen Woolworth", sagte Schöpp in seiner Einführung. Weil sich die Hütte nebenan rasant entwickelte, wurde ein neuer Bahnhof gebraucht, heute als Alter Bahnhof bekannt. Was da vor allem zu Schichtwechsel-Zeiten los war, ist auf den ausgestellten Fotos zu sehen. Auch wie der damalige Bundespräsident Theodor Heuss und Bundeskanzler Konrad Adenauer im Januar 1957 wenige Tage nacheinander empfangen wurden. Die Elektrifizierung der Strecke ist auf den Bildern ebenso festgehalten wie die letzte offizielle Fahrt einer Dampflok. Schöpp zeigt auch Fotos von der 1934 im Bahnhof umgestürzten Dampflok eines zu eilig durchfahrenden Schnellzuges. Fast unglaublich die Anekdote dazu: "Zwei Stunden nach dem Unglück ist ein Passagier aus dem Schlafwagen geklettert und hat gefragt, was passiert ist." "Früher waren die Bahnhöfe Treffpunkte und lebhafte Verkehrsknotenpunkte", sagt Karl-Heinz Janson aus Heusweiler, der mit Schöpp zusammen das Buch "Der Eisenbahnknoten Völklingen " geschrieben hat. Mit der Zunahme des Individualverkehrs habe sich das geändert: "Die Bahnhöfe verloren an Bedeutung, viele verwahrlosten." Dieses Schicksal blieb dem - 1992 durch den aktuellen Bahnhof ersetzten - Gebäude erspart. Nach heftiger Diskussion 1993 fiel die Entscheidung gegen einen Abriss, statt dessen wurde der Bau unter Denkmalschutz gestellt. Andreas Lang

Könnte er sprechen, hätte der Alte Bahnhof in Völklingen einiges zu erzählen. Über technischen Fortschritt, prominente Besucher, geschichtliche Fahrten, tragische Unglücke, heitere Anekdoten und über den Nachbarn, die Völklinger Hütte. Dank der Bilderausstellung "120 Jahre Völklinger Bahnhof" des Eisenbahnhistorikers Wolfgang Schöpp können die Besucher des seit 1993 denkmalgeschützten Gemäuers viel über all die Geschichten erfahren. Auch, dass der Alte Bahnhof nicht der erste Bahnhof der Mittelstadt ist. Der wurde bereits 1858 gebaut. "Er befand sich auf Höhe des heutigen Woolworth", sagte Schöpp in seiner Einführung.

Weil sich die Hütte nebenan rasant entwickelte, wurde ein neuer Bahnhof gebraucht, heute als Alter Bahnhof bekannt. Was da vor allem zu Schichtwechsel-Zeiten los war, ist auf den ausgestellten Fotos zu sehen. Auch wie der damalige Bundespräsident Theodor Heuss und Bundeskanzler Konrad Adenauer im Januar 1957 wenige Tage nacheinander empfangen wurden. Die Elektrifizierung der Strecke ist auf den Bildern ebenso festgehalten wie die letzte offizielle Fahrt einer Dampflok. Schöpp zeigt auch Fotos von der 1934 im Bahnhof umgestürzten Dampflok eines zu eilig durchfahrenden Schnellzuges. Fast unglaublich die Anekdote dazu: "Zwei Stunden nach dem Unglück ist ein Passagier aus dem Schlafwagen geklettert und hat gefragt, was passiert ist."

"Früher waren die Bahnhöfe Treffpunkte und lebhafte Verkehrsknotenpunkte", sagt Karl-Heinz Janson aus Heusweiler, der mit Schöpp zusammen das Buch "Der Eisenbahnknoten Völklingen " geschrieben hat. Mit der Zunahme des Individualverkehrs habe sich das geändert: "Die Bahnhöfe verloren an Bedeutung, viele verwahrlosten." Dieses Schicksal blieb dem - 1992 durch den aktuellen Bahnhof ersetzten - Gebäude erspart. Nach heftiger Diskussion 1993 fiel die Entscheidung gegen einen Abriss, statt dessen wurde der Bau unter Denkmalschutz gestellt.



Zum Thema:

Auf einen BlickDie Ausstellung "120 Jahre Alter Bahnhof Völklingen " ist bis Mittwoch, 6. Mai, im Foyer des Bahnhofs zu sehen. Das Stadtarchiv, die Interessengemeinschaft Warndt-Rosseltalbahn (IGRWB), der Heusweiler Verein für Industriekultur und Geschichte und der Landesverband des Verkehrsclubs Deutschland haben sie unterstützt. al