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Schüler tanzen gegen Rassismus

Völklingen. Prominente Mitstreiter hatten die Schüler und Lehrer der Gemeinschaftsschule Am Sonnenhügel, als sie gestern gegen Rassismus demonstrierten und tanzten. Kicker des FC-Saarbrücken übten den Schulterschluss, Justizminister Heiko Maas schickte eine Videobotschaft. Andreas Lang

So still und schweigsam, wie sie von der Hermann-Neuberger-Schule über die Stadionstraße zum Rathaus gezogen waren, so lautstark setzten sie auf dem Rathausplatz ihr Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit - die Schüler und Lehrer der Gemeinschaftsschule am Sonnenhügel, ihres Zeichens eine Schule ohne Rassismus , aber dafür mit Courage. "Endlich können wir unseren Tanz zeigen", so die Schülerinnen Andrea Schaffner und Susanne Meier von der Zumba-AG. Ihrer Einladung: "Macht einfach mit und habt Spaß", folgten fast alle vor dem Rathaus. Gemeinsam tanzte man zum mitreißenden Titel "Viel zu tun" von Irie Révoltés.

Der Zumba-Tanz ist leicht: Zunächst auf den Takt einklatschen, ein paar Schritte zur Seite, vor dem Richtungswechsel noch mal Klatschen - dieses Mal über dem Kopf. Schulleiterin Gisela Bodamer freute sich über prominente Unterstützung zur Schulaktion anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus . Der FC Saarbrücken hatte eine Abordnung geschickt, die Mannschaftskapitän Jan Fießer anführte. Die Kicker übten schon beim Schweigemarsch den Schulterschluss mit den Schülern. Bodamer: "Für sie ist es eine Herzenssache, deswegen haben sie auf unsere Anfrage sofort zugesagt." Jan Fießer meinte: "Das Thema ist uns sehr wichtig, weil es auf der Welt keinen Rassismus geben sollte." Den Schülern erklärte er gerne, dass es unter den Aktiven der Fußballwelt keine Fremdenfeindlichkeit gebe: "Für uns ist es selbstverständlich, immer wieder Mitspieler aller möglichen Nationalitäten in unsere Mannschaft zu integrieren." Undenkbar für ihn auch rassistische Angriffe auf den Gegner.

"Miteinander leben, voneinander lernen", so lautet das Motto der Schulaktion, die auch auf dem Banner zu lesen war, welche die schweigenden Marschierer vor sich her trugen. Prominentester Sympathisant der Schüler war Bundes-Justizminister Heiko Maas . Der konnte zwar nicht persönlich kommen, grüßte aber per Videobotschaft. Rassismus gehe in Deutschland von einer Minderheit aus, so seine Botschaft, die Gegner seien in der Mehrheit. "Diese Mehrheit muss sichtbar bleiben", meint Maas. Mit der Teilnahme am Schweigemarsch habe sich jeder Schüler eine Eins auf dem Zeugnis verdient

Oberbürgermeister Klaus Lorig freute sich, so viele junge Leute zu sehen, die sich vom Rassismus distanzieren und ist besorgt: Nächste Woche werde für den Erhalt deutscher Kultur und Tradition demonstriert, von einer Gruppe, die er dem rechten Spektrum zuordnet.