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Städtische Wohnungsgesellschaft verkauft Haus auf Heidstock

Städtische Wohnungsgesellschaft verkauft Haus auf Heidstock

Jahrzehntelang haben Mieter auf die Völklinger Gemeinnützige Städtische Wohnungsgesellschaft (GSW) vertraut. Nun fielen sie aus allen Wolken, als sie hörten, dass die GSW „ihr“ Haus an Privat verkaufen will.

Langjährige Mieter im Mehrfamilienhaus Klausener Straße 97 auf dem Heidstock sind besorgt. Sie haben erfahren, dass die Völklinger Gemeinnützige Städtische Wohnungsgesellschaft (GSW) das Gebäude, das ihr gehört, an Privat verkaufen will. Besichtigungen haben bereits stattgefunden. Bewohner haben sich deshalb gemeinsam an die SZ gewandt.

Wie sie mitteilen, wohnen in dem Haus Sozialhilfeempfänger beziehungsweise Rentner im Altersdurschnitt von 75 Jahren - und drei von ihnen bereits seit 45 Jahren. Nun solle die Immobilie veräußert werden, um kurzfristig den maroden Geldsäckel der Stadt zu füllen. Die langjährigen Mieter stelle man nun kühl und unsozial vor Tatsachen, indem man ihnen einfach neue Eigentümer präsentiere.

GSW-Geschäftsführer Dieter Füchsle ließ auf SZ-Anfrage mitteilen, Entmietungsabsichten seitens der GSW bestünden nicht. Die Mietverträge gingen automatisch unverändert auf den Erwerber über. Bei Mieterhöhungen gelten sowohl für den Käufer als auch für die GSW die gesetzlichen Bestimmungen. Soziale Aspekte würden bei der Wahl des Käufers berücksichtigt. Der GSW sei es wichtig, dass die betroffenen Mieter weiterhin in ihrer Wohnung leben können.

Warum das Haus auf dem Heidstock verkauft wird, teilte die GSW nicht mit. Es hieß nur, der Verkauf finde "aus einer strategischen Entscheidung von Geschäftsführung und Aufsichtsrat statt". Solche grundsätzlichen Entscheidungen könne die GSW nicht öffentlich diskutieren.

Die GSW ist zu 100 Prozent im Besitz der Stadt. Laut dem letzten veröffentlichten Beteiligungsbericht bewirtschaftete sie 87 Häuser mit 691 Wohnungen. In Geschäftsführung und Aufsichtsrat ist die Verwaltungsspitze mit Oberbürgermeister Klaus Lorig und Bürgermeister Wolfgang Bintz (beide CDU ) vertreten.

Übrigens: Seit gestern sind die Mieter guter Hoffnung. Sie gehen davon aus, dass sich ein vertrauenswürdiger deutscher Kaufinteressent gefunden hat.