Starker Körper so filigran

Sein Körper erinnere sie ein wenig an den David von Michelangelo, sagt die Bildhauerin Inge Andler-Laurentz über den Völklinger Patrick Heisel. Jetzt ist genau dieser Körper auf künstlerische Fotos im Rathaus zu sehen.

Patrick Heisels Körper ist ein Kunstwerk. Wie ein Bildhauer hat der 46-jährige Sportwissenschaftler und Fitnesstrainer aus Völklingen seinen Körper durchgeformt. 30 Jahre umfassende Arbeit mit Training, Disziplin und gesunder Ernährung. Hartnäckig und unermüdlich. Seit 1997 arbeitet Patrick Heisel auch als Foto-Modell. Beispielsweise in Workshops. In Zusammenarbeit mit bekannten Fotografen entstehen ausgeklügelte Bildinszenierungen. Für diese Fotoshootings fliegt der Völklinger rund um den Erdball. In Luxemburg, Österreich, Andalusien, den USA sind die 20 großformatigen Aufnahmen entstanden, die im alten Rathaus präsentiert werden.

Die Fotografien sind, so Heisel, ein Ausschnitt, ein kleiner Teil von dem, was er in den letzten zehn Jahren gemacht hat. Wie Gemälde wurden sie auf Leinwand aufgezogen. In jedem Bild stecken ganz präzis formulierte Vorstellungen und Bildideen. Mal hängt der Körper Hals über Kopf am Felsen. Mal bilden Bäume oder Wurzelwerk das Ambiente für ungewöhnliche Körperhaltungen. Auffallend ist, dass die Requisiten, sei es ein Tau, ein Lkw-Reifen oder ein Karren, oft riesig wirken und Heisels Körper dagegen fast fragil aussieht.

Patrick Heisel ist mehrfacher Weltmeister in Fitness- und Figurenbodybuilding. In dieser Disziplin sind, wie erläutert, nicht Masse und riesige Muskelpakete gefragt, sondern Klasse und Ästhetik. Am besten kommt das in den Fotografien zum Ausdruck, die ganz auf den Körper als Kunstwerk bauen und nur auf die Wirkung von Licht und Schatten setzen.

Die Bildhauerin Inge Andler-Laurentz, die an der Bildauswahl mitgewirkt hat, erklärte in ihrer Laudatio, dass sie Patrick Heisel in seinem Fitnessstudio skizziert habe, und dass er sie mit seinem harmonischen Körperbild an den David von Michelangelo erinnere. Schauspielerin Elisabeth Brück und Pianistin Nathalia Wolsdorfer ließen sich von Patrick Heisel zu musikalisch-poetischen Betrachtungen inspirieren. "Körperkunst ist etwas", so Elisabeth Brück, "das uns sehr berührt, denn Körper und Kunst gehören zusammen." Die Körperkunst ist bis zum 20. August in der Galerie im alten Völklinger Rathaus zu sehen.

Mit Fotos von Ralf Grömminger begann für Patrick Heisel der Weg zur Fotokunst. In den folgenden Jahren arbeitete er mit Jürgen Isberner, Brad Miller, Thorsten Jankowski, Stefan Gesell und Manuela Meyer zusammen. Seinen Stil geprägt hat insbesondere der österreichische Fotokünstler Wolfgang Prummer. Promifotograf Andreas Bitesnich wählte Heisel für das Titelbild seines Jahreskalenders 2014.