| 20:48 Uhr

Warum Völklingens Freibad eine Woche dicht war
Freibad-Keime sind wieder besiegt

Jetzt kann man im Völklinger Köllerbachtal wieder fröhlich und unbekümmert ins Freibad-Becken springen – so, wie es bei der Saisoneröffnung Mitte Mai Dilovan, Leonie, Bilal, Mirhat, May, Emili und Güeveda (von links) mit großem Vergnügen getan haben.
Jetzt kann man im Völklinger Köllerbachtal wieder fröhlich und unbekümmert ins Freibad-Becken springen – so, wie es bei der Saisoneröffnung Mitte Mai Dilovan, Leonie, Bilal, Mirhat, May, Emili und Güeveda (von links) mit großem Vergnügen getan haben. FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Hartnäckiges Bakterium wurde aber nur im Filter gemessen, nicht in den Becken. Von Doris Döpke

Birgit Schmitt aus der Linken-Fraktion im Stadtrat wollte es genau wissen. Sie hatte, wie berichtet, offiziell im Rathaus angefragt, was der Grund sei für die mehrtägige Schließung des Völklinger Freibades. In der Ratssitzung am Donnerstagabend bekam sie Antwort. Dazu gab Oberbürgermeisterin Christiane Blatt (SPD) Heinz Beck das Wort, dem für Bauen und Technik zuständigen Fachbereichsleiter im Rathaus.


Bei den regelmäßigen Messungen, die in allen Schwimmbädern Standard seien, überprüfe man auch die Zahl bestimmter Keime, sagte Beck. Und an einer der Messstellen sei das Bakterium Pseudomonas aeruginosa aufgefallen. Man habe das Bad sofort geschlossen und den Keim mit so genannten Schock-Chlorungen bekämpft. Dabei steigt vorübergehend der Chlorgehalt des Wassers so hoch an, dass niemand baden gehen kann. Die erste Runde brachte nichts, in einer neuen Probe fanden sich wieder Keime. Daraufhin habe das Bad-Personal in stundenlanger Arbeit die Technik Stück um Stück desinfiziert. Mit Erfolg: „Am Donnerstag um 13.58 Uhr kam vom Gesundheitsamt die Freigabe“, berichtet Beck – pünktlich zum Ferienbeginn ist das Bad wieder offen.

Der „Nasskeim“, um den es hier geht, ist fast allgegenwärtig. Er findet sich auf feuchtem Boden, in Wasserleitungen, Waschmaschinen, Duschen – und eben auch in Schwimmbädern. Gesunde Menschen können ihn am Leibe haben, ohne es zu merken. Seine zähe Überlebenskraft macht ihn für Kliniken problematisch, er ist für so manche Krankenhaus-Infektion verantwortlich. Wie die überhöhte Keimzahl im Freibad zustande kam, untersuche man noch, sagte Beck. Und messe momentan öfter als sonst, sicherheitshalber.



In den Becken, betonte er, sei stets alles in Ordnung gewesen. Problem war eine Messstelle im Filtrat, sozusagen hinter dem Wasser, das aus den Schwallbehältern zurückgeleitet wird nach außen. Diese Behälter dienen quasi als Überlauf für das Wasser, das Badende verdrängen. Es wird mit Frischwasser gemischt und später – durch Filter – zurück in die Außenbecken geführt.

Heinz Beck 
Heinz Beck  FOTO: BeckerBredel