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Auf dem Dach sind noch Wohnungen zu haben

Auf dem Dach sind noch Wohnungen zu haben

Wieviel kostet das Wohnen in der Völklinger Seniorenresidenz? Was ist mit den Pflegekosten? Ist es erlaubt, ein Tier mitzubringen? Viele Fragen gab es von den mehreren hundert Besuchern, die die neue Adresse in der Bismarckstraße in Augenschein nahmen.

Mehrere hundert Menschen haben sich am Freitagnachmittag beim Tag der offenen Tür im fast fertig gestellten Seniorenheim "Am Alten Rathaus" in Völklingen umgesehen. Unter den Interessenten für die etwa hundert Wohnplätze waren nicht nur Senioren, sondern auch jüngere Leute, die nach einer altersgerechten Bleibe für die Eltern und Großeltern Ausschau halten. Vor allem in den ersten drei Stunden war der Zuspruch zur Freude der Verantwortlichen der "Alloheim Senioren-Residenzen" überraschend groß.

Das Haus am Beginn der Bismarckstraße, das eine unangemssene Baulücke geschlossen hatte und Mitte bis Ende Februar in Betrieb geht, hatte am Hauptportal gegenüber dem alten Rathaus einen roten Teppich ausgerollt und schenkte Sekt aus. Leiterin Juana Metzner und ihre Mitarbeiter gaben unter anderem Musterzimmer, einen Speiseraum, Wellnessbad und Therapieraum zur Besichtigung frei und durften unentwegt Fragen beantworten. Die wichtigsten betrafen die Preise (eine detaillierte Liste wurde ausgehändigt), Pflegestufen und das Konzept. Das ist übrigens noch nicht bis ins letzte Detail ausgearbeitet, zum Beispiel was Tiere betrifft. In welchem Angebotsbereich (Dauerpflege, Kurzzeitpflege) welche Tiere mitgebracht werden können (oder ob das Heim sogar eigene Haustiere haben wird) ist noch zu entscheiden. Etliche Besucher brachten ihre - durchweg braven - Hunde zur Besichtigung mit. Die Küche servierte unter anderem Waffeln und Suppen, und die Besucher bekamen im wahren Wortsinn einen Vorgeschmack auf das, was demnächst täglich auf den Tisch kommt. Auffallend zahlreich waren Völklingerinnen im Alter von 70 plus vertreten - auf eigenen Beinen stehend, vital, mobil und am öffentlichen Leben interessiert, hatten sie sich schick gemacht, um zusammen mit Freundinnen bei einem Kaffee vorzufühlen, ob dieses Haus irgendwann einmal für sie eine Alternative zum Leben im eigenen Hausstand sein könnte.

Etliche dieser Frauen haben sich über Jahre bei der Pflege ihrer betagten Eltern aufgeopfert, möchten ihren Kindern mit solch einer Aufgabe aber nicht mehr zur Last fallen. "Was meine Mutter als selbstverständlich von mir erwartete, kann ich von meiner Tochter nicht verlangen, es sind andere Zeiten", so eine typische Aussage. Wer sich an den Tischen umhörte, traf auf wohlmeinende Kommentare zu der Einstellung.

Kritik richtete sich allenfalls gegen die Aussicht: Aus den meisten Fenstern sehe man altes Gemäuer statt Grün, so eine Stimme. Beworben wurden auch die zehn Eigentumswohnungen auf dem Dach, von denen noch einige zu haben sind. Einer der sich schon entschied, ist Rüdiger Meiser aus Saarbrücken.

Der Endfünfziger und seine Frau haben ihr Haus am Stadtrand der Landeshauptstadt verkauft und ziehen nach Völklingen um - auf den ersten Blick "eine riesige Umstellung", in Erwartung des Ruhestandes und des Alters aber durchdacht: In Völklingen lebe man günstiger, die Anbindung mit Bahn und Schnellbus sei gut, den Ausschlag für die Seniorenresidenz habe gegeben, dass man sich hier Betreuungsleistungen gezielt nach Bedarf zukaufen könne. Diese Zuverlässigkeit und "das Komplette" seien der Vorzug gegenüber den zahlreichen "gemeinschaftlichen Wohnprojekten" in Saarbrücker Stadtrandlagen, meinte der Neu-Völklinger Meiser.