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Gesucht: Politiker, die nach vorn schauen

Sulzbach. Die Menschen wollen nichts mehr davon hören, was welche Partei in den vergangenen Jahren geleistet oder auch verbockt hat. Angesichts steigender Arbeitslosenzahlen, zurückgehender Umsätze im Einzelhandel und der Wirtschaftskrise interessiert es sie vielmehr, welche Konzepte die Kommunalpolitiker haben, um die Zukunft positiv zu gestalten Von SZ-Mitarbeiter Elmar Müller

Sulzbach. Die Menschen wollen nichts mehr davon hören, was welche Partei in den vergangenen Jahren geleistet oder auch verbockt hat. Angesichts steigender Arbeitslosenzahlen, zurückgehender Umsätze im Einzelhandel und der Wirtschaftskrise interessiert es sie vielmehr, welche Konzepte die Kommunalpolitiker haben, um die Zukunft positiv zu gestalten. Wie sie ihre Kommunen voranbringen und wie sie den Einzelhandel stärken wollen. Oder was sie für Kinder und Jugendliche, aber auch für ältere Menschen tun wollen. Das wurde am Mittwochabend bei einer Diskussionsrunde im Naturfreundehaus mit aktuellen Sulzbacher Stadtratsmitgliedern und solchen, die es bei der Kommunalwahl am 7. Juni werden wollen, deutlich. Eingeladen hatte der Ortsverband Sulzbach des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). "Gehen Sie bitte zur Wahl. Nehmen Sie dieses wichtige demokratische Recht wahr", appellierte Rosemarie Moog, die Vorsitzende des Ortsverbandes, bei ihrer Begrüßung an die etwa 70 interessierten Zuhörer.Auf dem Podium saßen neben Marlies Krämer von den Linken Michael Adam (CDU), Helmut Habermann (SPD), Bernd Schlachter (Freie Wähler), Dr. Wolfram Brokate (FDP) und Eberhard Jung für die Grünen. Moderator war Thomas Schulz, Pressesprecher des DGB-Saar. Er hatte keinen leichten Stand, musste einige Male den Redefluss der Kommunalpolitiker stoppen. Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, die mit zweieinhalb Stunden allerdings viel zu lange dauerte. Die Themen waren breit gefächert - reichten von der Freiwilligen Ganztagsschule über das Precismeca-Gelände und soziale Projekte bis zum Mindestlohn. Unterschiedlich waren die Meinungen zur Ganztagsschule. Während Krämer, Habermann, Brokate und Jung für eine "verpflichtende" Ganztagschule plädierten - "Sie verbessert die Bildungschancen für alle" - setzen Adam und Schlachter auf die freiwillige Nachmittagsbetreuung. Die Zuhörer erfuhren, dass Handwerksmeister Bernd Schlachter die Gewerkschaftsforderung nach einem Mindestlohn unterstützt und sich Habermann für mehr Bürgerbeteiligung in der Stadt einsetzen will. Jung forderte mehr Investitionen der Stadt in die Kindergärten. "Hier wird der Grundstock für das spätere Lernen gelegt", meinte er. Buchhändler Rolf Strauß wollte von den Kommunalpolitikern wissen: "Gibt es nach den beiden Lebensmittelmärkten, der Drogerie und der Apotheke weitere Ansiedlungen auf dem Precismeca-Gelände?" Und: "Gibt es eine Entwicklungsplanung für die Innenstadt? Oder hat die Politik sie aufgegeben?" Michael Adam wurde konkret: "Wenn es nach uns geht, war es das mit den Ansiedlungen." Alle Parteien wollen die Innenstadt stärken. So wollen die Freien Wähler in der Sulzbachtal- und der Bahnhofstraße Kurzzeitparkplätze anbieten. Eberhard Jung betonte: "Wir dürfen die Älteren nicht vergessen. Sie brauchen Einkaufsmöglichkeiten im Zentrum." "Wir dürfen die Älteren nicht vergessen. Sie brauchen Einkaufsmöglichkeiten im Zentrum."Eberhard Jung, Grüne