| 22:13 Uhr

Sie machten dem grausigen Grün den Garaus

Julia Lafontaine, Nadine Veith, Sabrina Zimmer, Philipp Langendörfer, Denise Lafontaine und Kevin Weider (v. l.) bei der Arbeit. Foto: ll
Julia Lafontaine, Nadine Veith, Sabrina Zimmer, Philipp Langendörfer, Denise Lafontaine und Kevin Weider (v. l.) bei der Arbeit. Foto: ll
Altenwald. "Du siehst in diesem Ganzkörperkondom richtig gut aus", lästert die 15-jährige Denise und muss lachend. "Na, schau dich doch mal an", kontert Julia, ebenfalls 15. Sie kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Julia und Denise sind Zwillinge. Beide stecken in so genannten Einweg-Schutzanzügen

Altenwald. "Du siehst in diesem Ganzkörperkondom richtig gut aus", lästert die 15-jährige Denise und muss lachend. "Na, schau dich doch mal an", kontert Julia, ebenfalls 15. Sie kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Julia und Denise sind Zwillinge. Beide stecken in so genannten Einweg-Schutzanzügen. Aus Jux zieht sich Julia auch noch die Kapuze des weißen Overalls über ihren Kopf. Jetzt müssen auch Nadine, Sabrina, Philipp und Kevin lachen. Die Stimmung der sechs Jugendlichen ist bestens. Sie haben sich im neuen Jugendraum in der Grubenstraße 5 in Altenwald getroffen. Vor wenigen Wochen wurde ihr Domizil, auf das sie so sehnlich gewartet hatten, endlich fertig. Doch als sie es zum ersten Mal betraten, war die Freude mit einem Schlag wie weggeblasen. Ein undefinierbares Grün stach ihnen in die Augen, traf sie völlig überraschend. Damit hatten sie nicht gerechnet. Julia erinnert sich: "Wir sind davon ausgegangen, dass der Raum blau gestrichen wird." Bei einer Befragung hätten Jugendliche ganz klar Blau favorisiert. Julias Zwillingsschwester Denise meint: "Dieser Wunsch ist wohl irgendwie untergegangen." Bei einem so genannten Vereinbarungsgespräch im Rahmen der Kampagne "Ding dein Dorf" des Landesjugendrings einigten sich die Altenwalder Jugendlichen mit Vertretern der Stadt Sulzbach: Sie durften ihren Raum selbst umstreichen. Farben und die benötigten Materialien wollte die Stadt zur Verfügung stellen. Vergangene Woche war es soweit. Der Sulzbacher Bauamtsleiter Steffen Banuat und sein Kollege Roman Dörr brachten zwei Eimer mit blauer Farbe vorbei. Auch an Pinsel, Absperrband und Folie, um den Fußboden abzudecken, hatten sie gedacht. Roman Dörr gab den Mädels und Jungs noch ein paar gute Tipps, half auch beim Abkleben. Dann schlüpften die Jugendlichen in die "Ganzkörperkondome" und legten los wie die Feuerwehr. Nach knapp vier Stunden war das Grün vergessen, der Jugendraum erstrahlte in einem wunderschönen Aqua-Blau. "Von wegen Null-Bock-Jugend. Hier sieht man, dass das auf unsere Jugendlichen nicht zutrifft", meinte anerkennend Betreuerin Steffi Schmidt von der Gemeinwesenarbeit der Caritas in Altenwald. Zur Feier des Tages spendierte sie Julia und Denise, Sabrina, Nadine, Kevin und Philipp sowie einigen anderen, die auch noch hinzugekommen waren, eine Runde Pizza. In den nächsten Tagen wird im neuen Jugendraum noch eine Spray-Wand aus Holz montiert. Dort können sich Graffiti-Künstler verewigen. Auch diese Wand war das Ergebnis der so genannten Vereinbarungsgespräche zwischen der Altenwalder Jugend und der Stadt Sulzbach. ll