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Gewaltige Massen in Bewegung

Sulzbach/Brefeld. Bagger, Radlader und Planierraupen haben die Brefelder Bergehalde nördlich der Fischbachbahn erobert. Sie sind im Einsatz gegen einen Brand, von dem man sehr lange nicht wusste, wie hinterhältig, wie heimtückisch er sich noch auswachsen wird. Doch nun scheint klar: Der Brand ist beherrschbar, hat sich nur etwa drei bis vier Meter unter der Oberfläche breit gemacht Von SZ-Redakteurin Michèle Hartmann

Sulzbach/Brefeld. Bagger, Radlader und Planierraupen haben die Brefelder Bergehalde nördlich der Fischbachbahn erobert. Sie sind im Einsatz gegen einen Brand, von dem man sehr lange nicht wusste, wie hinterhältig, wie heimtückisch er sich noch auswachsen wird. Doch nun scheint klar: Der Brand ist beherrschbar, hat sich nur etwa drei bis vier Meter unter der Oberfläche breit gemacht. Und somit lässt er sich relativ gut bekämpfen. Termin vor Ort mit den Mitarbeitern der RAG Montan Immobilien GmbH, Peter Steinmetz und Stefan von dem Broch, sowie Gregor Zewe, dem Mann für die Öffentlichkeitsarbeit im Unternehmen. Sie alle sind zuversichtlich, dass sich die Bekämpfung der Glutnester - und nur die - bis zum Sommer dieses Jahres erledigt haben wird. Im Herbst vergangenen Jahres geriet die Bergehalde, die noch beachtliche Mengen an Steinkohle birgt, durch Selbstentzündung in Brand. Damals begann die RAG damit, den Brandherd mit Wasser zu besprenkeln und so oberflächlich abzukühlen. Es folgte das Fällen etlicher Bäume, um den Weg frei zu machen für wirksame Maßnahmen. Bagger sind nun dabei, auf einer Fläche von 0,6 Hektar - die Halde insgesamt umfasst 11,5 Hektar Land - die glühenden Massen auszuheben. Dann wird das Material nach unten gedrückt, abgelöscht und schichtweise verdichtet. Luftdicht sozusagen. Damit, sagt Peter Steinmetz, beseitigt man das Risiko, dass das Ganze wieder aufflammt. Das Verdichten übernimmt eine schwere Walze. Wenn die Löscharbeiten vorüber sind, dann beginnt der Wiederaufbau des Haldenkörpers: Er wird "modelliert", so dass am Ende, nach all dem Aufruhr, auch die Fußwege wieder begehbar sind. Es folgt - um Erosion zu verhindern - laut RAG eine "geregelte Entwässerung". Das heißt: Es werden Gräben gezogen, über die das Regenwasser kontrolliert abläuft - und zwar in den Fischbach. Das ganze Procedere wird sich bis Ende des Jahres hinziehen. Was dann folgt, ist das Wiederaufforsten des betroffenen Gebiets. Dies erledigt der SaarForst Landesbetrieb. Diese Nachricht wird all die beruhigen, die auf der Landstraße L 127 an der Bergehalde vorbeikommen und sehen, welch gravierenden Gesteins- und Erdbewegungen hier vonstatten gehen. Zum Schluss noch eine dringende Bitte der RAG: Die Baustelle unter keinen Umständen betreten. Das sei einfach viel zu gefährlich.