SZ-Leser erzählen von ihrem Reise-Abenteuern

Abenteuer auf Reisen : Urlaub auf der Schlangeninsel

Armin Neusius aus Kleinblittersdorf sah sich auf der thailändischen Insel Koh Kho Khao plötzlich einer giftigen Kobra gegenüber.

In unserer kleinen Sommerserie „Reise-Erlebnisse“ erzählen wir von großen und kleinen Abenteuern auf Reisen, die unsere Leser gern mit uns teilen möchten. Heute: Armin Neusius aus Kleinblittersdorf.

Bei einem Urlaub auf der kleinen thailändischen Insel Koh Kho Khao in der Nähe von Phuket sollte Neusius vom ersten Tag an mit nicht ungefährlichen Tieren zu tun bekommen: Schlangen. „Damals fuhr ich auf dieser Insel mit einem Leihmofa mehr als 1000 Kilometer, täglich mehrmals vom Anfang bis zum Ende“, sagt Neusius. 17 Kilometer lang ist das Eiland, fünf Kilometer breit. Die meisten Schlangen, die er zu sehen bekam, lagen tot auf dem Asphalt, überfahren von Autos oder anderen Mofas. Manchmal entdeckte er aber auch lebende, die schnell im Gras verschwanden, wenn er sich ihnen knatternd näherte. Eine kam nicht schnell genug weg und stellte sich drohend auf. Sie war aber noch ein gutes Stück entfernt, und Neusius kam mit dem Schrecken davon. Es war wahrscheinlich eine Kobra, eine der giftigsten Schlagen der Welt.

Weil die Tiere so gefährlich sind, hatte auch das Hotel eigens einen Mann engagiert, der sich um die Schlangen auf dem Gelände kümmerte. Tagsüber ging der mit einer Schleuder zwischen den Hotelgästen umher, nachts hat Neusius ihn sogar mit einer Flinte im Gebüsch stehen sehen. Auch in einem Restaurant ließen die giftigen Reptilien dem Kleinblittersdorfer keine Ruhe. Ein schriller Schrei schallte aus der Toilette, Leute eilten herbei und entdeckten eine Frau auf dem Deckel stehend, während sich am Boden vor ihr eine Giftschlange aufrichtete. „Die Männer erschlugen die Kobra, trugen sie raus und warfen sie in den Fluss.“

Da war Neusius Zaungast. Aber auch er sollte einer Schlange noch sehr nahe kommen. Der Inselpolizist lud ihn einmal zu sich nach Hause ein, nachdem die beiden Freunde geworden sind. Neusius folgte ihm in einen Schuppen und sah sie: eine Königskobra, keine zwei Meter von ihm entfernt. „Sie bewegte sich hin und her, zischte und wirkte sehr aufgeregt“, sagt der Kleinblittersdorfer: „Ich dachte alle Möglichkeiten in Bruchteil von Sekunden durch. Wenn man gebissen wird, wie schnell ist ein Arzt zur Stelle, wie schnell kann man das Gegengift besorgen, wie lange hat man nach einem Biss noch zu leben.“ Instinktiv wollte er zurückspringen, stolperte aber und fiel. „In diesem Moment sah ich noch, wie die Kobra vorschnellte.“ Aber zum Glück war das Glas ihres Terrariums dick genug.

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