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Wölfe senden deutliches Lebenszeichen

Thomas Kochann (hier ein Archivfoto) hatte morgens wegen einer Magen-Darm-Grippe eigentlich schon abgesagt. Dann fuhr er dem Team mit dem Auto hinterher, spielte doch – und traf sogar zwei Mal. Foto: Klos
Thomas Kochann (hier ein Archivfoto) hatte morgens wegen einer Magen-Darm-Grippe eigentlich schon abgesagt. Dann fuhr er dem Team mit dem Auto hinterher, spielte doch – und traf sogar zwei Mal. Foto: Klos FOTO: Klos
Dansenberg/Merzig. Im Kampf um den Klassenverbleib verbuchte Handball-Oberligist HF Merzig-Brotdorf am Samstag zwei psychologisch wichtige Punkte. Nach dem hart erkämpften 26:24-Arbeitssieg beim TuS Dansenberg schnauften die Wölfe erleichtert durch. ros

Lieber effektiv statt schön spielen: Im Abstiegskampf in der Handball-Oberliga wollen die HF Merzig-Brotdorf keine Schönheitspreise mehr gewinnen. Nach mehreren Rückschlägen fand bei den Jungs von Trainer Marcus Simowski am Samstag beim 26:24-Sieg in Dansenberg offenbar ein Umdenken statt. Wenn sie überleben wollen, müssen sie an die Schmerzgrenzen gehen. In besonderem Maße gilt dies in Duellen gegen den TuS Kaiserslautern-Dansenberg. Der Erfolg bei den Raubeinen der Liga zeigt, dass die Wölfe ihren Rudelführer verstanden haben. "Die 6:0-Abwehr und Torwart Andrej Kessler haben heute dafür gesorgt, dass wir ein deutliches Lebenszeichen setzen konnte. Kompliment an alle", bilanzierte Simowski auf der Heimfahrt. Im Gepäck: zwei wichtige Punkte, Nichtabstiegsrang zwölf und neues Selbstvertrauen.

So verwunderte es nicht, dass sich das Telefon-Interview etwas schwierig gestaltete. "Ich hoffe, man versteht mich. Die Jungs feiern auf den hinteren Sitzen ziemlich laut. Aber sie haben es sich echt verdient", stellte der 46 Jahre alte Teamchef erleichtert fest. Dass die Negativserie mit drei Niederlagen ausgerechnet in Dansenberg enden würde, war ja nicht unbedingt zu erwarten. "Wir wollen den Schalter wieder auf Erfolg umlegen. Aber das schafft ihr dort nur, wenn ihr alles gebt", warnte Simowski sein Team im Vorfeld. Und die Warnung kam an. Trotz der Ausfälle von Linksaußen Sebastian Klein (Daumenprellung) und Rechtsaußen Laszlo Kincses (Bänderdehnung im Fuß) startete Merzig selbstbewusst und führte zur Pause mit 13:8. Fast hätte auch der Regisseur passen müssen. Morgens hatte sich Thomas Kochann wegen einer Magen-Darm-Grippe abgemeldet. Dann reiste er aber mit dem Auto nach und spielte doch. "Das war wichtig. Thomas hat Akzente gesetzt, als es eng wurde", sagte sein Trainer.

Am Ende lässt die Kraft nach

Nach einer 18:10-Führung schien die Partie in der 40. Minute eigentlich bereits entschieden. Weil die Kraft nachließ, wurde e aber noch einmal spannend. Mehr als eine Ergebnis-Korrektur gelang den Gastgebern in der Schlussphase aber nicht mehr. "Unser Sieg war nie in Gefahr", brüllte Simowski im Bus seine letzte Worte ins Handy, bevor die Stimme im Partygesang endgültig unterging.

Die Tore für die HF Merzig-Brotdorf: Dorian Vallet 8, Gabor Karap 4, Peter Laux 3, Tamas Nemeth 3, Marvin Hoff 3, Thomas Kochann 2, David Pfiffer 1, Matthias Böhm 1, Dennis Koppenburg 1.