Mehrheit gegen „Rückbau“ von Telefonzellen

Auf Antrag der Deutschen Telekom musste sich der Sulzbacher Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung auch mit dem „Rückbau von Telefonzellen“ befassen. Nach den Plänen des Kommunikationskonzerns wären sieben von neun Anlagen im Stadtgebiet betroffen. Mit Ausnahme der FDP-Fraktion lehnten alle Stadträte den Antrag der Telekom ab. Vor allem mit Rücksicht auf ältere Menschen stimmte die eindeutige Mehrheit gegen die Absicht.

Die Deutsche Telekom hatte in ihren Antrag auf "Standortoptimierung" in einem Schreiben an Bürgermeister Michael Adam unter anderem mit geändertem Kundenverhalten und wirtschaftlichen Notwendigkeiten (nicht mehr gegebene Rentabilität der Telefonzellen) argumentiert.

Für die FDP-Fraktion begründete Christoph Kleinz die Zustimmung zu den Rückbau-Plänen in der Stadtratssitzung. Nach seinen Worten besitzen heutzutage die meisten Menschen ein Handy, sind also unabhängig von stationären Telefonsäulen. Zudem sei die Argumentation nachvollziehbar, dass es jährlich Tausende von Euro koste, die Vandalismus-Schäden an den bestehenden Telefonzellen zu beheben. Die mobilen Telekommunikationsmöglichkeiten würden in Zukunft immer mehr die Oberhand gewinnen, ein entsprechender Antrag werde den nächsten Stadtrat also vermutlich ohnehin wieder beschäftigen.

Grundsätzliches Verständnis für diese Argumentation äußerte Dietmar Holzapfel von den Freien Wählern. Aus seiner Sicht darf es aber nicht sein, dass die Telekom bei Telefonzellen spare und andererseits keine Kompensation leiste. Wie zum Beispiel in der Stadt die flächendeckende Errichtung von "Hot Spots" zur kostenfreien Nutzung des Internets mit mobilen Empfangsgeräten. Daher stimmten auch die Freien Wähler gegen den Antrag.

Einstimmig wurden anschließend die Haushaltssatzungen der Zweckverbände der Naherholungsgebiete Brennender Berg und Ruhbachtal sowie diejenige des Zweckverbandes Musikschule Sulzbach-/Fischbachtal genehmigt.

Weniger einvernehmlich ging es zum Schluss des öffentlichen Teils der Stadtratssitzung zu. In einer erregten Debatte über die Rechtsform der zu gründenden Eigenbetriebs-Holding und der Beteiligung der kommunalen Gremien daran kam es zu heftigen Wortwechseln von Holzapfel mit anderen Stadträten und dem Bürgermeister. < Bericht folgt