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Wie Schüler witzig Vorurteile bekämpfenEngagierte Lehrer machen das Projekt erst möglich

Wie Schüler witzig Vorurteile bekämpfenEngagierte Lehrer machen das Projekt erst möglich

Was ist Startpunkt-Zielpunkt Saarbrücken?Heiner Buchen: Das ist ein Geschichtsprojekt mit Jugendlichen. Darin wird die Geschichte von Ein- und Auswanderung in Saarbrücken mit Blick auf die vergangenen 100 Jahre beleuchtet. Das Dekanat Saarbrücken ist Träger, weil die Kirche sich den Herausforderungen stellt, die es in einer multikulturellen Stadt wie Saarbrücken gibt

Was ist Startpunkt-Zielpunkt Saarbrücken?

Heiner Buchen: Das ist ein Geschichtsprojekt mit Jugendlichen. Darin wird die Geschichte von Ein- und Auswanderung in Saarbrücken mit Blick auf die vergangenen 100 Jahre beleuchtet. Das Dekanat Saarbrücken ist Träger, weil die Kirche sich den Herausforderungen stellt, die es in einer multikulturellen Stadt wie Saarbrücken gibt.

Valcic-Manstein: Wir unterstützen Jugendliche, ihre Identität zu entwickeln, ganz gleich, woher sie kommen.

Berber: Wir arbeiten mit schulischen und außerschulischen Jugendgruppen zu vielfältigen Themen. Das reicht von der Bestattung in den Kulturen über Einwanderungs- und Fluchtgründe bis zum Islambild in den deutschen Medien.

Was sind die Ziele des Projekts?

Buchen: Wir wünschen uns, dass die Sensibilität für die hier lebenden Einwanderer steigt und durch diese Arbeit Selbstverständlichkeiten im Zusammenleben hinterfragt werden.

Wie erreichen Sie diese Ziele?

Valcic-Manstein: Wir bieten Projektwochen an Schulen, organisieren Exkursionen und machen Stadtteilbegehungen und Interviews mit Menschen in diesen Stadtteilen. Wir erfahren dabei zum Beispiel, warum ein irakischer Bauingenieur einen Obstladen betreibt.

Welche Rolle spielen die Schulen für "Startpunkt-Zielpunkt Saarbrücken"?

Berber: Eine sehr wichtige. Wir erreichen dadurch unheimlich viele verschiedene Jugendliche. Außerdem ist es für uns in den Schulen einfacher, weil wir bereits Strukturen vorfinden und sie nicht schaffen müssen.

Valcic-Manstein: Umgekehrt haben die Schulen etwas von uns, denn sie greifen für Projekte oder Einzelveranstaltungen auf unser Know-how zurück.

Welche Schulen haben schon mitgemacht?

Buchen: Das Ludwigsgymnasium, die Gesamtschule Rastbachtal und die Wirtschaftsschulen in Saarbrücken. Damit und mit den außerschulischen Aktivitäten sind bereits 800 Jugendliche erreicht worden.

Wer kann noch mitmachen?

Berber: Bis Ende Mai können sich Schulen, außerschulische Gruppen oder Vereine noch einklinken. Wir freuen uns über jeden, der mitmacht. Es gibt viele Möglichkeiten, über eigene Grenzen hinauszublicken.

Was kommt demnächst?

Buchen: Eine Messdienergruppe der Kirchengemeinde St. Lukas Bliesransbach untersucht die religiösen Feste im Judentum und im Islam. Sie hat schon entsprechende Kontakte nach Saarbrücken geknüpft. Im Grunde steht jetzt noch einmal eine Phase an, in der wir Gruppen - gleich ob aus Schulen oder anderen Bereichen - zur Mitarbeit einladen. Der Schwerpunkt lag bisher auf dem Zusammenleben im Heute. Jetzt soll stärker die geschichtliche Dimension bearbeitet werden. Warum kamen Menschen hierher? Wie ist es ihnen in der Anfangszeit hier ergangen? Andererseits geht es darum, warum Menschen in der Nazi-Zeit von hier fliehen mussten oder warum sie deportiert wurden. Saarbrücken. "Ich-Du-Wir und alle zwischen den Welten" hieß in der vergangenen Woche das jüngste Schulprojekt von "Startpunkt-Zielpunkt Saarbrücken". Veranstalter waren das Dekanat Saarbrücken und die Wirtschaftsschulen.

Etwa 120 junge Leute machten mit. Sie beackerten in neun Arbeitsgruppen an vier Vormittagen große Themenfelder. "Das Kreative stand überall im Vordergrund", sagt Projektleiter Heiner Buchen.

Er und sein Team sind mit den vielfältigen Ergebnissen dieser Themenwoche, dem Einfallsreichtum und dem Engagement von Schülern und Lehrern sichtlich zufrieden. "Es entstanden Comics, Theaterszenen und Fotos von Orten, an denen Einwanderung eine Rolle spielt: Ein Beispiel sind Fotos aus dem Einwanderungs- und Integrationsbüro der Stadt. Fünfzehn bis zwanzig Plakate spiegeln die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Einwanderung wider. Und Comics setzen sich pointiert mit Vorurteilen auseinander."

Buchen und seinem Team ist nach den bisher guten Erfahrungen in den Schulen eines besonders wichtig: "Ohne engagierte Lehrerkollegien wären solche Projekte an Schulen nicht zu machen." ole

Stichwort

"Startpunkt - Zielpunkt - Saarbrücken" dauert noch bis September. Der Träger, das Dekanat Saarbrücken, arbeitet mit dem Zuwanderungs- und Integrationsbüro zusammen. Geld kommt auch vom Bundesprogramm "Vielfalt tut gut".

Kontakt: Wer das Ganze unterstützen will oder Ideen hat, melde sich bei Heiner Buchen, Telefon (06 81) 70 06 18. ole