Vom Kobold, der Ganoven jagt

„Grimm Grendel und der gestohlene Buchband“ heißt ein Kinderhörspiel, das Autor Dirk Forster schon vor zehn Jahren geschrieben hat. Eher aus Zufall wurde es nun wieder hervorgekramt und vertont.

Grimm Grendel hat alle Hände voll zu tun: Gerade erst wurde in der Bücherei von Winkelstadt ein Buch gestohlen, und wer sonst, wenn nicht der pfiffige Kobolddetektiv, hätte das Zeug dazu, sich eines solchen Falls anzunehmen? Es wäre gut möglich gewesen, dass niemand von den Taten Grimm Grendels je erfahren hätte, denn die Geschichte vom kleinen Ganovenschreck schlummerte knapp zehn Jahre in der Schublade ihres Erfinders, Dirk Forster. Nun ist sie doch noch erschienen, als Kinderhörspiel "Grimm Grendel und der gestohlene Buchband".

"Irgendwann kam mal das Gespräch in einer Runde auf Hörspiele. Und wie das halt so geht, fanden sich plötzlich ein paar Leute, die Lust hatten, Grimm Grendel zu vertonen", sagt Forster. Schlussendlich waren dann 14 Personen an dem Projekt beteiligt. "Unser Ziel war es, ein Hörspiel zu machen, das Kindern gefällt, aber auch Erwachsene zum Lachen bringt. Ich denke, das ist uns ganz gut gelungen", erzählt Forster. Alle Sprecher seien Amateure, und auch die gesamte Produktion sei im heimischen Aufnahmestudio entstanden, betont er. Im Laufe des Entstehungsprozesses seien jedoch alle mit so viel Begeisterung dabei gewesen, dass auch der Anspruch gestiegen sei. "Manch einer hat sich als echtes Sprechertalent erwiesen und seine Sache so gut gemacht, dass andere ihren Part noch mal neu einsprechen und 'ne Schippe drauflegen wollten."

Im Vorfeld sei man, was die Sprecher anbelangt, allerdings schon ein wenig wählerisch gewesen. "Das Casting hat Marco Principato übernommen, der gemeinsam mit Andreas Ruloff auch für die Produktion verantwortlich war. Also ganz genau genommen hat er Leute angehauen, die er aus dem Saarbrücker Nachtleben kennt, und sie gefragt, ob sie Lust auf ein außergewöhnliches Projekt hätten", sagt Forster und muss dabei lachen. Allzu bierernst ging es dann nämlich doch nicht zu. "Wir hatten einfach alle eine Menge Spaß. Und darum ging es uns ja auch."

Von vorneherein stand fest, dass das Hörspiel kostenlos als Download erscheinen sollte. Deshalb wurden für Hintergrundgeräusche nur lizenzfreie Samples verwendet, für die Musik war die eigens für das Projekt gegründete Band Anne and the Stipplers zuständig. "Jeder darf alles mit dem Hörspiel machen, solange der Urheber genannt wird. Also downloaden, vervielfältigen, was auch immer", sagt Forster. Rund 300 Leute haben Grimm Grendel bislang kostenlos heruntergeladen, aber weil die Macher von Grimm Grendel auch gerne ein fertiges Produkt in Händen halten möchten, haben sie sich noch etwas ganz Besonderes überlegt. "Für Liebhaber wird das Hörspiel bald noch auf Kassette erscheinen. Ganz wie die Hörspiele in unserer Jugend", sagt der 36-Jährige.

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