Verirren gehört zum Konzept

Saarbrücken. Kaum einer weiß noch, wie es ohne Waldpädagogik ging, etwa 1970 muss das gewesen sein. Es gab damals noch nicht die Erklärbären mit menschlichem Antlitz und die Erlebnis-Förster von heute, die mit gigantischem Aufwand und EU-Geld Leute in den Wald locken, die vielleicht gar nicht rein wollen

Saarbrücken. Kaum einer weiß noch, wie es ohne Waldpädagogik ging, etwa 1970 muss das gewesen sein. Es gab damals noch nicht die Erklärbären mit menschlichem Antlitz und die Erlebnis-Förster von heute, die mit gigantischem Aufwand und EU-Geld Leute in den Wald locken, die vielleicht gar nicht rein wollen.

Wir gehen deshalb gegen den modischen Trend freiwillig, allein und ohne staatlich geprüften Führer in den Wald, einfach um einmal zu schauen, ob er als Freizeitareal für uns in Frage kommt. Um es etwas schwer zu machen, sei der "Urwald vor den Toren der Stadt" Saarbrücken empfohlen, eine Art wuchtiger Mercedes unter den hiesigen Wäldern.

Da passiert nichts

Zwischen den Ankerpunkten Naturfreundehaus Kirschheck und Forsthaus Neuhaus, an denen man den Wagen parken kann, besteht Unmenge Gelegenheit, etwas Furcht vor Einsamkeit und sogar Tieren zu kriegen, die hier rascheln, tröten und um die Ohren fliegen. Es kann aber nichts Schlimmes passieren, hier ist noch jeder heil rausgekommen. Man kann sich auch verlaufen, obwohl oder vielleicht sogar weil man sich an eine der vielen Markierungen hält.

Schließlich zählt ja auch das Verirren zum Konzept dieses Waldes - man sieht, es geht halt beim besten Willen nicht ohne Pädagogik.

Neulingen sei geraten, nur so weit zu gehen, dass man noch die Autos von der Hauptstraße hört. Oder man nimmt Wasserflasche und Essen mit. Wer schon am nächsten Tag Lust hat, nochmal in den Wald zu gehen, dem ist eine große Gabe zuteil geworden. Irgendwann wird er denn auch natürliche Lust bekommen, sich von den Bären und Förstern jeden Pilz und jeden Vogel erklären zu lassen.

Zehn besondere Orte in Saarbrücken stellen wir während der Ferienzeit vor. Sie, liebe Leserinnen und Leser, dürfen danach wählen, welcher Ihnen besonders gefallen hat. Also: Bleiben Sie dran, und stimmen Sie am Ende der Sommerferien ab!