Zecken lauern in Wald und Wiesen

Homburg. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin ist eine ebenso großartige wie wenig bekannte Behörde, die gesundheitliche Risiken in Lebensmitteln und "verbrauchernahen Produkten" geißelt. So warnt es etwa vor dem Verzehr von rosa gebratener Entenbrust, weil sie tödlich sein kann

Homburg. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin ist eine ebenso großartige wie wenig bekannte Behörde, die gesundheitliche Risiken in Lebensmitteln und "verbrauchernahen Produkten" geißelt. So warnt es etwa vor dem Verzehr von rosa gebratener Entenbrust, weil sie tödlich sein kann. Die Frage, welche Risiken mit einem Waldspaziergang im Regionalverband verbunden sein könnten, ist dem Amt allerdings zu komplex. Es verweist aber auf die Gefahr durch den Verzehr giftiger Pilze und Pflanzen. Man ist also gut beraten, nichts in den Mund zu stecken, was man nicht kennt. Das gilt aber auch für die Fußgängerzone. Die Wahrscheinlichkeit, im Wald Opfer einer Straftat zu werden, ist verschwindend gering. Wilderer und Räuber kommen fast ausschließlich in den Geschichtsbüchern und im Märchenwald vor.

Geraunt wird oft, man könne sich beim Pflücken von Beeren den Fuchsbandwurm einfangen. Förster wenden allerdings ein, der könne auch vom Wind in den Nutzgarten daheim getragen werden. Abhilfe bringt so oder so das Waschen der Früchte, wenn man Furcht hat. Eine Gefahr stellen Zeckenbisse dar. Impfungen schützen vor der Viruserkrankung FSME, schlimmstenfalls kann man Borreliose davontragen, eine heimtückische Erkrankung, deren Symptome oft spät erkannt oder fehlgedeutet werden. Erfahrene Waldgänger tragen feste Schuhe und Strümpfe und untersuchen nach jedem Aufenthalt den Körper nach Zecken. Wo man nicht hinsehen kann, lässt man Nahestehende gucken. Impfen? Gegen Borreliose bringt das nichts, und sogar Waldarbeiter sind nicht alle geimpft. Das muss jeder für sich entscheiden.

Von den großen Waldtieren ist das wehrhafte Wildschwein das einzige, das dem Menschen gefährlich werden könnte, allerdings sind Angriffe seltener als Volltreffer im Lotto. Unter den kleinen Lebewesen könnte die Wespe zum Problem werden, etwa wenn man auf eines ihrer Bodennester tritt und gegen ihr Gift allergisch ist. Alles in allem ist es wohl so, dass die größte Gefahr für den Menschen von Hunden der Waldbesucher ausgeht.

Gelegentlich nehmen Personen Schaden durch herabfallende Äste, ein nicht auszuschließendes Risiko, das wachsame Mitarbeiter des Forstes aber zu minimieren versuchen, indem sie "Wackelkandidaten" vorsorglich absägen. Am besten lebt es sich vielleicht mit einer Einstellung, die uns der Tierforscher Dr. Vaclav Ceska nahe legt: "Man soll dem Wald mit Respekt, Ehrfurcht und Demut begegnen, ihn mit offenen Augen und Ohren betreten und ihn mit allen Sinnen erleben." ´Wer dabei unentwegt an die möglichen Risiken denkt, der bringt sich natürlich selbst um die schönsten Erfahrungen. wp