Ein zweifelhafter Wahlhelfer

Kurz hatte ich darüber nachgedacht, im Vorfeld der Europawahl den „Wahl-O-Mat“ zu befragen. Aber ich befürchte, dass ich auch künftig selbst denken muss.

Der Wahl-O-Mat ist ein Computerprogramm der Bundeszentrale für Politische Bildung, mit dessen Hilfe der Wähler seine Ansichten zu verschiedenen Themen mit den Ansichten der Parteien vergleichen kann. Schließlich berechnet das Programm, welche Partei am besten zum Wähler passen könnte. Der Schönheitsfehler daran ist, dass die Thesen der Parteien zu den verschiedenen Themen von den Parteien selbst kommen, und Theorie und Praxis klaffen nun mal auseinander. Extremes Beispiel: Es wird keine Partei offiziell von sich behaupten, dass sie die Demokratie abschaffen will und lieber eine Diktatur wie im Dritten Reich hätte - tatsächlich stellen sich aber Parteien zur Wahl, die genau dafür stehen. So hat der Wahl-O-Mat schon den einen oder anderen Nutzer in Selbstzweifel gestürzt, der sich plötzlich einer rechtsextremen Partei zugeordnet sah.

Für die Kommunalwahl gibt's den Wahl-O-Mat ja (glücklicherweise?) nicht. Dennoch kann man sich manchmal wundern. Beispielsweise wenn Kandidaten mit Themen punkten wollen, die sich nett anhören, aber nichts mit kommunaler Politik zu tun haben.