So lebten Adlige im Mittelalter

Am Beispiel des Herrn zu Kirkel, Graf Heinrich II. von Saarwerden, zeigt die neue Ausstellung des Kirkeler Heimat-und Verkehrsvereins anschaulich, was es hieß, im Mittelalter zu leben. Von der Kleidung bis zur Rüstung ist alles zu sehen.

Wie die Kirkeler Burg einst aussah, davon kündet noch heute und zumindest bruchstückhaft Kirkels Wahrzeichen selbst. Doch wie lebte es sich im Mittelalter? Mit welchen Herausforderungen mussten die Menschen damals umgehen? Diese und viele anderen Fragen zu beantworten hat sich seit vielen Jahren das Heimat- und Burgmuseum des Heimat- und Verkehrsvereins Kirkel zum Ziel gesetzt - nicht zuletzt mit vielen besonderen Jahres-Ausstellungen. Seit Donnerstag nun kündet eine neue und sehr aufwendige Schau vom Adel im 13. Jahrhundert, der Titel der Ausstellung "Adel verpflichtet: Graf Heinrich II. von Saarwerden, Herr zu Kirkel" ist dabei Programm.

In der Ausstellung dreht sich so alles um den Burgherren in der zweiten Hälfte der Epoche des Mittelalters (sechstes bis 15. Jahrhundert). Mit vielen detailgetreuen Repliken von Kleidung und Rüstung sowie archäologischen Fundobjekten soll den Besuchern ein Bild des Grafen Heinrich II. um 1250 vermittelt werden.

Otwin Wentz, der erste Vorsitzende des Kirkeler Heimat- und Verkehrsvereins, präsentierte sich sichtlich stolz über die neue Ausstellung. Verbunden mit diesem Stolz zeigte sich Wentz auch dankbar - und dieser Dank ging gleich an vier Adressen. Zum einen an die Archäologin Christel Bernard, die Initiatorin der Schau, zum anderen aber auch an Klaus Schneider, von Hause aus Designer und seit langem bekannt für seine Arbeiten im Bereich der Experimental-Archäologie. Gerade Schneiders Exponate seien wesentlicher Bestandteil der Ausstellung. Wentz: "Klaus Schneider hat einen riesigen Fundus an Gewändern und Ausrüstungsgegenständen aus dieser Zeit." Seinen Dank richtete Wentz aber auch an die Gemeinde, die sich diesmal finanziell engagiert hatte, und an Dominik Hochlenert als Geschäftsführer des Heimat- und Verkehrsvereins.

Auch Christel Bernard wertete, neben Objekten des Museums für Vor- und Frühgeschichte in Saarbrücken und Leihgaben aus der Ausgrabung im Kreuzgang neben der Stiftskirche in St. Arnual, gerade die Exponate von Klaus Schneider als wesentlich. Als Experte für angewandte Archäologie könne er mit seinen anhand von Recherchen angefertigten Ausstellungsstücken ganz andere und neue Einblicke in die Geschichte geben. "Die Objekte, die er für diese Ausstellung zur Verfügung gestellt hat, sind schon einmalig. Ich glaube, man muss lange suchen, bis man vergleichbar qualitätsvolle Exponate findet."

Zur Vernissage erläuterte Schneider, dass es alles andere als einfach sei, für Gewänder entsprechende authentische Stoffe zu finden. Auch sei die handwerkliche Arbeit beim Erschaffen der Objekte an sich sehr aufwendig. Alles in allem sei die Ausstellung der Versuch, den Besuchern die Ausstattung des Adels im Mittelalter nahe zu bringen. "Es geht darum, der vergangenen Wirklichkeit so nahe wie möglich zu kommen."

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Auf einen Blick Die Ausstellung "Adel verpflichtet: Graf Heinrich II. von Saarwerden, Herr zu Kirkel" ist noch bis Ende Oktober in den Räumen des Heimat- und Burgmuseums am Fuße der Kirkeler Burg zu sehen. Die Öffnungszeiten: Sonntags von 14 bis 18 Uhr und bei Veranstaltungen auf der Kirkeler Burg, so beim Mittelaltermarkt am dritten Maiwochenende, 17. und 18. Mai. thw