Die HSG verabschiedet sich

Viele Verletzte, zu wenig Training, knappe Niederlagen – nach einer verkorksten Spielzeit steigt die HSG Völklingen in die Handball-Saarlandliga ab. Am Sonntag tritt sie ein letztes Mal vor heimischem Publikum auf.

"Es ist unser letztes Heimspiel in der Oberliga. Da wird sicherlich auch viel Wehmut mit dabei sein, gerade weil die Mannschaft so nicht mehr zusammenspielt", sagt Berthold Kreuser, Trainer der HSG Völklingen. Dass seine Handballer den Gang in die Saarlandliga antreten müssen, steht seit zwei Wochen fest. Wenn an diesem Sonntag, 17 Uhr, der HV Vallendar zu Gast in der Völklinger Hermann-Neuberger-Halle ist, wollen sich die Hüttenstädter mit einem Sieg von ihren Fans verabschieden.

"Ich würde mir wünschen, dass möglichst viele Zuschauer den Weg in unsere Halle finden und unsere Mannschaft ein letztes Mal lautstark anfeuern", sagt Kreuser. Während der Saison betonte er immer wieder, dass die schlechte Platzierung in der Tabelle nichts mit den handballerischen Fähigkeiten seiner Mannschaft zu tun habe.

Dass es nun dennoch zum Abstieg kam, liegt für Kreuser an einer Vielzahl anderer Faktoren: "Was wir in dieser Spielzeit an Pech und erschwerenden Begleitumständen hatten, reicht eigentlich für mehrere Jahre. Es hat schon mit unserer grottenschlechten Vorbereitung angefangen. Unsere Halle hat uns nur 14 Tage zur Verfügung gestanden und meine Spieler hatten kaum einen Ball in der Hand. Das hat sich prompt in den Ergebnissen der ersten Spiele niedergeschlagen. Für die vierthöchste Spielklasse ist das einfach viel zu wenig Zeit, da fehlen schlichtweg die Automatismen. Dazu hatten wir über die gesamte Saison mit Verletzungen und Krankheiten zu kämpfen."

Kreuser verweist auf die Ausfälle von Norbert Petö (Kreuzbandriss) sowie von den damaligen Neuzugängen Alexander Saunus (Mittelfußbruch) und Philipp Bartel (Fußverletzung). "Mit Philipp so früh einen Torhüter zu verlieren, war natürlich alles andere als optimal. Oft war es dann so, dass Alex Dörr oder unser A-Jugendtorwart Thore Quarz das ganze Spiel machen mussten."

Viele Partien hat die HSG in der Vorrunde nur knapp verloren - wie beim 28:29 bei den HF Illtal, dem 28:31 bei den HF Merzig-Brotdorf oder dem 25:26 im Hinspiel gegen Vallendar. "Natürlich haben wir auch Fehler gemacht und viele Spiele zurecht verloren, aber ich denke, dass man bei einem Torverhältnis von Minus 72 Toren nicht unbedingt auf einem Abstiegsplatz stehen muss", bekräftigt Kreuser und ergänzt: "Durch diese negativen Elemente sind wir in eine Abwärtsspirale gekommen, aus der wir uns nicht mehr befreien konnten. Insgesamt eine gebrauchte Saison."

In der Winterpause verstärkte sich Völklingen mit Claude Dolic aus der 3. Liga in Frankreich und mit Andreas Nonnweiler, der als Leistungsträger vom TBS Saarbrücken kam. "Aber auch das ist nach der blöden Niederlage gegen den TuS Kaiserslautern-Dansenberg (29:30, Anm. d. Red.) schnell wieder verpufft", sagt Kreuser: "In der Rückrunde konnten wir dann zwar wieder kontinuierlich punkten, aber der Rückstand war letztendlich zu groß."