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So kann’s gehen
Das Pferd schäumt am Popo

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Verunglückte Sprichwörter – die nächste Runde. So gerät eine Unterhaltung völlig aus den Fugen. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Erinnern Sie sich? Meine bessere Hälfte lässt nichts unversucht, Redewendungen zu töten. Das verpasst ihm zwar eine ganz individuelle Note bei Unterhaltungen. Stellt mich aber immer wieder vor Rätsel.


Neulich sagte er von einen guten Freund, dieser mache immer alles anders als die anderen. „Der schäumt das Pferd ja immer von hinten auf.“ Ach, sowas Dreistes macht unser Kumpel? Ich blickte eine Weile dumm aus der Wäsche. Mir wollte einfach nicht einleuchten, warum das arme Tier, vom Hinterteil angefangen, in Seifenlauge steht. Dann wurde mir klar: Unser gemeinsamer Bekannter hat es dann doch eher aufgezäumt. Egal. Ich bin da ja nicht so pingelig. „Schließlich soll man ja die Kirche gerade sein lassen.“ Genau. Und die fünf im Dorf. Jawoll!

Während unseres Gesprächs kamen dann die Probleme eines Paares in unserem Bekanntenkreis zur Sprache. Wie die beiden nicht gerade zimperlich miteinander umgehen, stellte er fest. Der gleich im Doppelpack verunglückte Kommentar dazu: „Die träge Tasse hat sie gequält bis aufs Brot.“ Na denn, so schlimm kann’s dann ja doch nicht gewesen sein. Denn hätte es die trübe Kanne auf ihr Blut abgesehen, wäre alles viel schlimmer gekommen – finde ich. Er jedoch ist der Meinung, dass die Beziehung so nicht mehr lange gutgeht. Aber da der Typ schon bald einen neuen Job in Berlin antritt, würde das Paar ohnehin ab dann eine „Fremdbeziehung“ führen. Von einer Fernbeziehung ganz zu schweigen. Wie dem auch sei: Das wäre für die kriselnde Ehe vielleicht die letzte Chance, wie meine bessere Hälfte so treffend feststellte. Denn „Lieber den Spatz in der Hand als die Katze auf dem heißen Blechdach.“ Seitdem frage ich mich, was jetzt mit der Taube auf unserem Dach geschieht. Nach meinem dezenten Hinweis auf die originalgetreue Fassung des Sprichworts reagierte mein Gegenüber recht unwirsch. Ich wisse doch ganz genau, was er meint. Ich sollte meine Wortklauberei bleiben lassen. „Da beißt die Maus keine Krone aus.“ Na denn, bleibt der Faden halt dran.