Das Ernst Alt Kulturforum macht Kultur in Hanweiler

Kultur-Fördervereine : Posthume Ehren für Ernst Alt

Museum und Verein in Hanweiler widmen sich Saarbrücker Künstler, der auch das Tor der Basilika St. Johann schuf.

Ob Ernst Alt zu Lebzeiten damit gerechnet hat? Erst wurde dem Künstler zu Ehren 2015 ein Museum in Hanweiler eröffnet, und im Oktober 2017 wurde ein Förderverein für das „Ernst-Alt-Kulturforum“ gegründet. Alt war ein umtriebiger Künstler, 1935 in Saarbrücken geboren und dort auch, 2013, verstorben. Er hat viele Menschen mit seiner Kunst, die sowohl von der antiken Gedankenwelt als auch von religiösen Motiven inspiriert war, beeindruckt, sogar ganze Biographien beeinflusst. Eines seiner berühmtesten Werke ist das Bronzeportal der Basilika St. Johann in Saarbrücken.

Seine Schwester Regina Mortazawi-Izadi und ihre Tochter Azita kauften bald nach seinem Tod das Alte Pfarrhaus in Hanweiler, richteten es liebevoll mit den Möbeln des Künstlers ein, stellten sogar sein Atelier nach, immer unterstützt vom großen Freundeskreis des Künstlers. Heute bilden drei dieser Freunde den Vorstand des „Fördervereins Ernst-Alt-Kulturforum“: Yann Leiner, Thomas Albrecht und Andreas Geilen-Meerbach. Albrecht war 42 Jahre eng mit dem Künstler befreundet, auch Leiner fühlt sich ihm bis heute eng verbunden. „Jeder von uns hat ihn anders gekannt. Jeder hatte eine ganz individuelle Freundschaft zu ihm“, erzählt der Vorsitzende Yann Leiner. „Wir haben viele Diskurse über die Kunst, Philosophie und auch Politik geführt“, ergänzt sein Stellvertreter Thomas Albrecht, „Ernst Alt war ein kritischer Geist. Er war auch ökologisch engagiert. Ende der 1970er Jahre demonstrierten wir gemeinsam vor dem Atomkraftwerk Cattenom.“

Diese enge Freundschaft führte dazu, dass man sich 2017 zum Förderverein zusammenschloss, um die Familie des Künstlers mit dem Museum, das „Ernst-Alt-Kulturforum“ in Hanweiler, zu unterstützen und um das geistige Erbe von Ernst Alt zu bewahren. „Wir wollen die Erinnerung an den Menschen, seine Persönlichkeit und seine Kunst lebendig halten“, sagt Albrecht. Seit Oktober 2017 hat der Verein diverse Veranstaltungen im Museum organisiert, immer in enger Absprache und Kooperation mit den Besitzern des Museums, der Familie des Künstlers. „Wir haben schon einige Lesungen veranstaltet, die immer gut angenommen wurden. Dann kommen bis zu 50 Interessierte. Und mehr Platz gibt es im Museum auch nicht“, erläutert Yann Leiner.

Neben den Lesungen – die nächste ist am 19. Mai und wird von dem bekannten saarländischen Lyriker Johannes Kühn gehalten – werden auch Studienfahrten organisiert. „Am 7. September unternehmen wir wieder eine Studienfahrt mit dem Orgelbauverein St. Ludwig Saarlouis zu den Kunstwerken von Ernst Alt im Landkreis Saarlouis“, berichtet der Vorsitzende. Zielorte für Studienfahrten gäbe es noch für Jahre, denn der Künstler hat seine Kunstwerke auch an der Mosel, in Neuenahr-Ahrweiler, an der Nahe und natürlich an vielen Orten im Saarland hinterlassen.

Aber man hat im Förderverein noch weitere Ideen. Denn im Herbst wird im „Ernst-Alt-Kulturforum“ ein irischer Abend organisiert. Ein langjähriger Freund des Künstlers, Hans Reiter, werde seine Filmaufnahmen einer gemeinsamen Irland-Reise im Museum zeigen, dazu werden passende Texte vorgelesen. Außerdem deckt der junge Förderverein die Öffnungszeiten des Museums ab, führt durch das Haus, in dem man ganz exklusiv eine umfangreiche Monographie über Ernst Alt kaufen kann. Auch sie wurde von Alts Freunden erstellt.

Bisher ist die Mitgliederzahl des noch jungen Fördervereins überschaubar. Es handelt sich dabei fast nur um ehemalige Freunde des Künstlers. Das muss und soll aber nicht so bleiben. „Wir sind nicht abgeschottet, sondern offen“, erzählt Yann Leiner. Denn jeder, der sich für Kunst und Kultur, aber insbesondere für den Menschen Ernst Alt interessiert, sei bei allen Veranstaltungen herzlich willkommen. Aber auch, wer von dem Museum mit den schönen, alten Möbeln und den vielen beeindruckenden Kunstwerken von Ernst Alt begeistert ist.

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