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Bezirksrat Saarbrücken West denkt über neue Straßennamen nach.

Straßennamen : Von-der-Heydt ist nicht gleich Von-der-Heydt

Bezirksrat Saarbrücken West denkt um neue Straßennamen nach.

Soll der Saarbrücker Distrikt Von-der-Heydt vor den Toren der Stadt ein namentliches Straßennetz erhalten, um Verwechslungen mit der Von-der-Heydt-Straße in Burbach zu verhindern? Zu diesem Thema fand vergangene Woche eine Informationsveranstaltung für Anwohnerinnen und Anwohner im Naturfreundehaus Kirschheck statt. Zur Veranstaltung hatte die Bürgermeisterin der Bezirkes West, Isolde Ries (SPD), geladen. „Es ist von einer Anwohnerin, die als Ärztin tätig ist, an uns herangetragen worden, dass es in der Vergangenheit zu Problemen gekommen ist, wenn der Rettungswagen gerufen wurde“, sagte Ries. So sei es vorgekommen, dass der Rettungswagen statt nach Von-der-Heydt in die Von-der-Heydt-Straße nach Burbach oder umgekehrt gefahren sei. Eine Anfrage bei Rettungsdienst und Feuerwehr hat laut Ries ergeben, dass es tatsächlich zu Verwechslungen gekommen ist. Daher hatte der Bezirksrat West dieses Thema diskutiert.

Die Verwechslungen rühren daher, dass der Distrikt Von-der-Heydt und die Von-der-Heydt-Straße in Burbach im selben Postleitzahlengebiet (66115) liegen. Im Distrikt selbst, der verwaltungstechnisch zu Burbach gehört, gibt es aktuell kein namentlich ausgewiesenes Straßennetz. So lautet beispielsweise die Adresse des dort ansässigen Landesamtes für Vermessung schlicht Von-der-Heydt 22, 66115 Saarbrücken.

„Gerade in der Hektik eines Notfalles kann es dabei passieren, dass man etwas vergisst oder es am anderen Ende der Leitung nicht ganz korrekt ankommt“, sagte Ries. Hier wolle man daher handeln, bevor jemand zu Schaden komme, weil der Rettungswagen zu spät an der richtigen Adresse eintreffe. Man habe die Rettungsdienste bereits dafür sensibilisiert, doch es bestehe immer noch ein Risiko.

Als mögliche Lösung stellte sie die Einführung von Straßennamen zur Debatte. Dazu hatte sie den Historiker und Industriekulturexperten Delf Slotta aus Saarbrücken gebeten, einige Vorschläge zu erarbeiten. Er brachte bei der Veranstaltung unter anderem die Namen „Im Saarkohlenwald“ oder auch „Saargänger-Straße“ als mögliche Optionen ins Spiel. Beide nehmen Bezug auf die Bergbautradition in Von-der-Heydt. Eine Umbenennung des Distriktes an sich schloss Ries aus. „Der Name Von-der-Heydt bleibt“, stellte sie klar.

Die Meinungen der anwesenden Anwohnerinnen und Anwohner zum Thema lagen zum Teil weit auseinander. Während sich manche gegen eine Adressänderung aussprachen, zeigten sich andere offener dafür. Einige von ihnen konnten die Berichte über verspätete Rettungsdienste aus eigener Erfahrung nicht bestätigen, andere wiederum schon. Außerdem tauchte auch die Frage nach den möglicherweise anfallenden Kosten auf. Dazu sagte Isolde Ries: „Die Kosten für die Änderung der amtlichen Dokumente wie Personalausweis wird die Stadt Saarbrücken übernehmen.“

Ansässige Firmen blieben jedoch auf den daraus entstehenden Kosten sitzen, hielt ein Anwohner entgegen. Es trat außerdem auch die Sorge zu Tage, es könne bei einer möglichen Änderung auch ein Stück Identität in Von-der-Heydt verloren gehen. Zudem bemängelte ein anderer Anwohner, man sei erst sehr spät in das Thema einbezogen worden. Der Vorschlag aus dem Publikum, die Postleitzahl zu ändern, ist keine Alternative. Dies sei aufgrund des enormen Aufwandes und der hohen Kosten nicht möglich, sagte Ries. Als weitere Möglichkeit kam in der Diskussion die Idee auf, den Distrikt in Siedlung Von-der-Heydt umzubenennen. Die Bezirksbürgermeisterin kündigte an, diesen Vorschlag zu prüfen und betonte abschließend: „Es wird keine Entscheidung gegen den Willen der Anwohner geben. Am Ende liegt die Entscheidung bei ihnen, ob es eine Änderung gibt und wenn ja, wie sie aussieht.“ Im Oktober soll eine weitere Veranstaltung stattfinden, um die Sachlage erneut zu erörtern.