Neue Kita-Plätze müssen her: Wo wäre Raum für weitere Kita-Plätze?

Neue Kita-Plätze müssen her : Wo wäre Raum für weitere Kita-Plätze?

Riegelsberger Gemeinderat diskutiert Modelle, will aber erst nach der Sommerpause entscheiden.

Die Gemeinde Riegelsberg hat zu wenige Kindergartenplätze. Perspektivisch fehlt für die Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen mindestens eine Gruppe. Für die unter Dreijährigen fehlen sogar zwei Gruppen. Das Jugendamt des Regionalverbandes hat der Gemeinde geraten, den Fehlbedarf „mittelfristig“ zu decken. Aber welche Kindertagesstätten können erweitert werden? Oder soll man vielleicht auf der grünen Wiese eine neue Kita bauen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sondersitzung am Dienstag dieser Woche.

Über den Plan der evangelischen Kirchengemeinde Güchenbach, ihr Kinderhaus „Hand in Hand“ in der Pflugscheider Feldstraße zu schließen, mit dem Kindergarten in das Gemeindehaus in der Buchschacher Straße umzuziehen und dort eine zusätzliche Gruppe einzurichten, haben wir schon berichtet. Doch der Rat prüft noch weitere Möglichkeiten. So könnte der katholische Kindergarten St. Elisabeth um eine Regel- und eine Krippengruppe erweitert werden. Derzeit werden dort 61 Kinder betreut, nach einer Erweiterung könnten 97 Kinder betreut werden. Die Um- und Anbaukosten werden auf 1,13 Millionen Euro geschätzt.

Im Kinder- und Familienzentrum (Kifaz) Ronnertswies wurde bereits eine Übergangslösung installiert: dort wurde eine Regelgruppe für über Dreijährige und zudem in einem Bungalow in der Jahnstraße eine Krippengruppe eingerichtet. Insgesamt werden 113 Kinder betreut. Sollte diese Übergangslösung dauerhaft gelten, müssten im Kifaz 1,2 Millionen Euro eingesetzt werden.

Im Kindergarten der Arbeiterwohlfahrt in Pflugscheid werden derzeit 182 Kinder betreut. 53 weitere Plätze könnten durch einen Anbau geschaffen werden. Kosten: 1,6 Millionen Euro. Man könnte auch eine Kita mit 53 Plätzen in der alten Schule Walpershofen einrichten, aber das würde rund zwei Millionen kosten und wäre für Riegelsberger Kinder weniger interessant. In Walpershofen selbst gibt es keine Unterdeckung.

Trotz der fehlenden Plätze in Riegelsberg sagte Bürgermeister Klaus Häusle (SPD): „Wir stehen im Vergleich zu anderen Kommunen noch gut da.“ Deshalb würden diese anderen Kommunen im Vorschulentwicklungsplan bereits 2019 Fördergeld bekommen, während Riegelsberg erst ab 2020 mit Zuschüssen für Umbaumaßnahmen rechnen kann. Hans Jürgen Marowksy (Grüne) schlug vor, einen Neubau ins Auge zu fassen. Das sei langfristig billiger und besser. Marowsky nannte auch einen Platz, wo der Neubau entstehen könnte: „Im Gisorsviertel stünde ein Gemeindegrundstück zur Verfügung.“ Die Grünen betonen, die Gemeinde brauche auch „Ersatz für die Kindertagesstätte Buchschacher Straße, die ein Provisorium ist“.

Häusle sprach sich gegen einen Neubau aus: „Die Variante Anbau wäre an einer bestehenden Einrichtung politisch schneller zu verwirklichen.“ Zudem müsse man die demografische Entwicklung im Auge behalten, in zehn bis 15 Jahren könnte es vielleicht zu wenige Kinder geben und der Neubau leer stehen. Auch die Trägervielfalt (evangelische und katholische Kirchengemeinde und Awo) würde durch einen Neubau größer.

Hans Jürgen Marowsky. Foto: Grüne
Das Kinder- und Familienzentrum Ronnertswies nahe des Rathauses könnte erweitert werden. Foto: Iris Maurer
Eine Kita mit 53 Plätzen könnte in der alten Schule in Walpershofen eingerichtet werden, aber das würde rund zwei Millionen Euro  kosten. Foto: Fred Kiefer

Häusle liebäugelt damit, an der Kita St. Elisabeth und am Kifaz Ronnertswies zu erweitern. Auf Vorschlag von Ilona Ecken (SPD) will der Gemeinderat in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause darüber entscheiden. Zum weiteren Zeitplan sagte Häusle: „Wir werden das Jahr 2019 nutzen und brauchen, um die Planungen parallel zur evangelischen Kirchengemeinde voran zu treiben. Wenn der Regionalverband dann 2020 die Maßnahmen bezuschusst, könnten wir mit den Anbauten Ende 2021 fertig sein.“