Kita-Plätze: Weitere Kita-Plätze in Riegelsberg

Kita-Plätze : Weitere Kita-Plätze in Riegelsberg

Neues Betreuungsangebot ist aber eine auf drei bis vier Jahre angelegte „Übergangslösung“, die unter Eltern auch Kritiker hat.

In Riegelsberg leben mehr Kinder als prognostiziert, Tendenz: steigend. Die Kita-Plätze werden nicht ausreichen (wir berichteten). „Wir haben dringenden Bedarf an einer zusätzlichen Gruppe im Regelbereich und einer zusätzlichen Gruppe im Krippenbereich“, sagte Bürgermeister Klaus Häusle (SPD), der in der Gemeinderatssitzung am Montagabend eine Übergangslösung vorschlug: Bis man weiß, ob und wo man einen neuen Kindergarten bauen oder eine bestehende Einrichtung erweitern kann, soll eine zusätzliche Regelgruppe im Betreuungsraum der Kita hinter dem Rathaus (Kinder- und Familienzentrum Ronnertswies – KiFaz) untergebracht werden. Außerdem soll ein Wohnhaus in der Jahnstraße angemietet werden, wo man dann eine zusätzliche Krippengruppe unterbringen will.

„Riegelsberger Eltern, die einen Platz brauchen, kriegen keinen. Das ist kein guter Zustand, dem muss abgeholfen werden“, begründete Häusle die Suche nach einer Übergangslösung. Auch die Awo, als Betreiber des KiFaz, habe erkannt, dass zusätzlicher Bedarf an Plätzen bestehe und wolle der Gemeinde und den Kindern helfen, sagte Häusle. Der Begegnungsraum im KiFaz falle nicht ersatzlos weg, er werde von der zusätzlichen Gruppe nur bis 13.30 Uhr genutzt und stehe danach wieder für andere Veranstaltungen zur Verfügung.

Für die zusätzlichen Krippenplätze habe man den Bungalow am Ende der Jahnstraße preiswert anmieten können – für 1200 Euro monatlich. Die Gemeinde müsse dort allerdings etwa 25 000 Euro für Umbaumaßnahmen und 20 000 Euro für Einrichtungsgegenstände investieren. „Das sind für einen Zeitraum von drei bis vier Jahren vertretbare Zahlen“, so Häusle – womit auch die geplante Dauer der Übergangslösung genannt ist.

Das Landesjugendamt habe den Plänen zugestimmt. Cornelia Bechthold, stellvertretende Direktorin der Awo, sagte: „Diese zusätzlichen Gruppen sind für uns eine Aufgabe und eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen.“ Das Platzangebot im KiFaz sei ausreichend, um dort weitere 25 Kinder aufzunehmen, das Personalkonzept sei im Hinblick auf die beiden zusätzlichen Gruppen sinnvoll erarbeitet worden.

Scharfe Proteste gegen die vom Bürgermeister vorgeschlagene Lösung hagelte es dagegen vom Elternausschuss des KiFaz (Bericht: Seite C 2). Die Ausschussvorsitzende Alexandra Syla appellierte an den Gemeinderat, der Übergangslösung auf gar keinen Fall zuzustimmen. Doch der Rat stimmte dem Vorschlag der Verwaltung geschlossen zu. So sagte Frank Schmidt (SPD): „Wir können uns glücklich schätzen, dass so viele Eltern mit Kindern in Riegelsberg wohnen. Die vorgeschlagene Übergangslösung begrüßen wir, aber wir wollen auch langfristig etwas haben. Deshalb müssen wir mit allen in Frage kommenden Trägern reden, auch mit der Kirche, die sich vor Jahren aus der frühkindlichen Erziehung verabschiedet hat.“ Wichtig sei, so Schmidt, dass der Begegnungsraum im KiFaz nicht ersatzlos gestrichen, sondern an anderer Stelle wieder eingerichtet wird, „wenn nicht im KiFaz direkt, dann in den Räumen der Awo im ehemaligen Brauereigebäude“. Wichtig sei außerdem, dass die Awo zugesagt habe, weiteres Personal einzustellen.

Stephan Müller-Kattwinkel (CDU) betonte: „Unsere Aufgabe ist es jetzt, den Eltern gerecht zu werden, die bisher keinen Kindergartenplatz in Riegelsberg gefunden haben. Und so lange es keine bessere als die vorgeschlagene Lösung gibt, haben wir diese Option zu ziehen.“ Birgit Huonker (Linke) nannte das Privathaus in der Jahnstraße „eine tolle Lösung“ und schlug vor, aus der Übergangslösung eine Dauerlösung zu machen, indem die Gemeinde das Haus kauft und zu einer Kita umbaut. Den Verwaltungsplänen stimmten auch die Grünen zu. Ihr Sprecher, Stephan Lehberger, nahm jedoch die Awo in die Pflicht: Es gehe nicht nur um Personalschlüssel und Betreuung, sondern auch um Qualität: „Die Awo hat einen guten Ruf zu verteidigen. Wir denken ja auch an einen Neubau, und da kommt für uns als Betreiber nur jemand in Frage, der seine Hausaufgaben gemacht hat.“

Laut Häusle soll bis November oder „spätestens Januar 2018“ alles so eingerichtet sein, dass die beiden zusätzlichen Gruppen einziehen können. 

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