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Kampf gegen Demenz
Riegelsberg unterstützt Demenzverein

Die Gemeinde Riegelsberg fördert den Demenzverein Köllertal mit 1400 Euro. Bei der Scheckübergabe, von links: Betroffenenbetreuerin Iris Breinig, Gruppenleiterin Iris Höhne, Bürgermeister Klaus Häusle, Dr. Tobias Kaspari, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Güchenbach, die Vorsitzende des Demenzvereins Köllertal, Anita Lender-Beck, und ihr Mann Bodo.
Die Gemeinde Riegelsberg fördert den Demenzverein Köllertal mit 1400 Euro. Bei der Scheckübergabe, von links: Betroffenenbetreuerin Iris Breinig, Gruppenleiterin Iris Höhne, Bürgermeister Klaus Häusle, Dr. Tobias Kaspari, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Güchenbach, die Vorsitzende des Demenzvereins Köllertal, Anita Lender-Beck, und ihr Mann Bodo. FOTO: Monika Jungfleisch
Riegelsberg. Bürgermeister Klaus Häusle (SPD) überreicht 1400 Euro aus dem Haushalt der Gemeinde. Von Monika Jungfleisch

Statistisch gesehen gibt es in Riegelsberg rund 200 Demenzkranke (rund 1,5 Prozent der Gesamtbevölkerung). Eine Zahl, die in den nächsten Jahren weiter wachsen und deren Dunkelziffer weit höher geschätzt wird. „Ich gehe von etwa 600 Betroffenen aus“, erklärt Anita Lender-Beck, Vorsitzende des Demenzvereins Köllertal. Noch immer sei Demenz ein Tabu-Thema, das mit großen Ängsten und Scham besetzt ist. Umso erfreulicher, dass der in Püttlingen ansässige Demenzverein Köllertal drei Angehörigen-Gruppen im Köllertal unterhält, in Riegelsberg seit Februar im evangelischen Gemeindehaus Güchenbach in der Buchschacher Straße.


Weniger erfreulich ist es, dass den Verein Geldsorgen plagen. Bisher haben der Regionalverband Saarbrücken und das Sozialministerium die Kosten übernommen, die nicht durch Mitgliedsbeiträge oder Einnahmen aus der Betreuung gedeckt waren. In diesem Jahr sinken die Zuschüsse, so dass der Verein eine nachgewiesene Unterdeckung von 4100 Euro im Jahr verkraften muss. Damit die wertvolle Arbeit des Vereins nicht leidet, haben sich die drei Köllertalkommunen entschlossen, die Finanzierungslücke zu schließen und jeweils 1400 Euro aus dem Kommunalhaushalt bereitzustellen. „Damit unterstützen wir ein tragfähiges Versorgungskonzept, das den Betroffenen erlaubt, solange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld zu leben“, sagte der Riegelsberger Bürgermeister Klaus Häusle. Übergeben hat der Verwaltungschef die Spende an die Vereinsvorsitzende Anita Lender-Beck. Sie nutzte die Gelegenheit, ihr Team in Riegelsberg vorzustellen. Iris Höhne wird die Angehörigengruppe in Riegelsberg leiten. Gerne können auch die Demenzerkrankten zum monatlichen Austausch mitgebracht werden. Betreut werden sie in dieser Zeit dann von Iris Breinig.

„Wir suchen weiterhin Ehrenamtliche, die nach einer Schulung, unter anderem in Erster Hilfe und Hygieneberatung, sich für häusliche Besuche bei Demenzerkrankten bereiterklären“, sagte Anita Lender-Beck, die hofft, dass in Politik und Gesellschaft das Bewusstsein wächst, dass das Thema Demenz nicht nur eine Herausforderung für die Medizin und Pflege ist, sondern für das ganze Gemeinwesen. Einen ersten Schritt in diese Richtung plant der evangelische Pfarrer Dr. Tobias Kaspari, der die Räume für die Angehörigentreffen zur Verfügung stellt: „Wir sind dabei, einen ökumenischen demenz-sensiblen Gottesdienst nach den Sommerferien zu organisieren.“