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KV Riegelsberg verliert vor Kampf bei KSV Köllerbach gegen ASV Urloffen

Ringer-Bundesliga : Ein schwarzer Abend vor dem Köllertal-Derby

Vor dem Lokalduell in der Ringer-Bundesliga am Samstag beim KSV Köllerbach hat der KV Riegelsberg gegen den ASV Urloffen eine deutliche Heimniederlage kassiert. Beim 5:25 erlebte besonders die Familie Paulus einen gebrauchten Abend.

Es war nicht der Abend des KV Riegelsberg. Und schon gar nicht der der Familie Paulus. Der Ringer-Bundesligist verlor in der Riegelsberghalle mit 5:25 gegen den ASV Urloffen. Moritz Paulus unterlag stilartfremd in der Klasse bis 61 Kilogramm im griechisch-römischen Stil Georgios Scarpello nach nur 3:27 Minuten mit 0:16. Robin Paulus hielt in der Freistil-Klasse bis 98 Kilogramm gegen Waldemar Remel 4:51 Minuten durch, ehe auch er beim 0:16 nicht nur die technische Überlegenheit des Gegners anerkennen musste. „Mit 97,4 Kilo war Waldemar Remel fast zehn Kilo schwerer als ich. Das merkst du dann schon, wenn der erst mal draufliegt“, sagte Robin Paulus. Er ergänzte aber: „Trotzdem bin ich nicht unzufrieden, hatte zwei gute Aktionen zum Bein. Mehr war nicht drin.“ Den schwarzen Familien-Abend komplettierte Edgar Paulus. Der sportliche Leiter des KV Riegelsberg bekam von Mattenleiter Holger Bellin wegen Reklamierens die Gelbe Karte – die zieht eine Geldstrafe nach sich.

Die Nordbadener aus Urloffen gewannen in Riegelsberg acht von zehn Kämpfen. Fünf davon vorzeitig. Das Leistungsgefälle in der Liga ist hoch. Das Niveau durch den Verzicht vieler Clubs in der Corona-Zeit auf ausländische Spitzenathleten ist gesunken. Auch das ist vermutlich ein Grund, warum in der Riegelsberghalle von den laut Hygieneplan 250 zugelassenen Zuschauerplätzen am Samstag etliche leer blieben.

Die Situation bietet Nachwuchsathleten die Chance, Bundesliga-Luft zu schnuppern. Bercan Ünsal ist Jahrgang 2003. Der Riegelsberger lieferte sich in der Freistil-Klasse bis 57 Kilogramm ein abwechslungsreiches Duell mit David Kiefer, der Jahrgang 2005 ist. Unsäl kam früh in die Oberlage, setzte dann vier Beinschrauben in Folge und führte bis zur Pause mit 10:4. Nach dem Wechsel zeigte aber auch Kiefer, dass er diese Technik beherrscht. Er gewann die Runde mit 6:4. Das reichte aber nicht, um die Führung der Gastgeber in der Mannschaftswertung nach dem ersten Kampf zu verhindern – es sollte die einzige bleiben.

Den zweiten Sieg für den KV Riegelsberg steuerte Simon Monz in der Klasse bis 66 Kilogramm im Freistil im Kampf gegen Lazlo Simo bei. „Ich musste ein bisschen Gewicht machen, war auch etwas angespannt, weil es der erste Bundesliga-Einsatz diese Saison war. Die lange Wettkampfpause wegen Corona hat mir ein wenig in die Karten gespielt. Ich konnte intensiv am Muskelaufbau arbeiten, ohne dass die Vorbereitung auf irgendwelche Turniere dazwischen kam. Jetzt bin ich aber froh, dass die Runde wieder läuft“, sagte Monz. Er war über die komplette Kampfzeit der aktivere Ringer, sein Unterachselwurf in der zweiten Runde war ein technischer Höhepunkt des Abends. Mit 10:2 steuerte der Riegelsberger drei Mannschaftspunkte bei.

An diesem Samstag, 17. Oktober, müssen Monz und der KV Riegelsberg bei Titelkandidat KSV Köllerbach zum Köllertal-Derby der Saison antreten. Der Kampf beginnt um 19.30 Uhr in der Kyllberghalle. „Natürlich freut man sich auf so ein Derby, auch wenn man Außenseiter ist“, sagt Monz. Er ergänzt aber: „Mal sehen, ob ich überhaupt aufgestellt werde.“ Die Köllerbacher. gewannen am Sonntag mit 25:4 bei der RKG Freiburg. Beim deutlichen Sieg mussten nur Marc-Antonio von Tugginer in der 75-Kilogramm-Klasse gegen Marc Fischer sowie Marius Braun in der Klasse bis 86 Kilogramm gegen Mihail Bradu jeweils im griechisch-römischen Stil Punkte abgeben. Der KSV Köllerbach ist nach zwei Siegen Spitzenreiter der Bundesliga-Gruppe Südwest. Der KV Riegelsberg ist Tabellenfünfter.