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Das war die Corona-Freibadsaison in Riegelsberg

Pandemie bremst Besucher aus : Das war die Corona-Freibadsaison

Pandemiebedingt gab’s nur etwa 16 000 Badegäste in Riegelsberg. Zartbitter gab Abschlusskonzert.

Mit schmissiger Live-Musik von vier jungen Musikern, die sich „Zartbitter“ nennen, aber zuckersüße Musik machen, endete am vorigen Freitag die Freibadsaison in Riegelsberg. „Volles Haus“ konnten Kerstin Müller-Kattwinkel, Leiterin des Hallen- und Bäderbetriebs, und ihr Bäder-Team zwar – coronabedingt – diesmal nicht vermelden, doch für Pandemiezeiten war das Bad gut besucht: Über 50 Zuhörer hatten sich auf der Liegewiese am Beachvolleyballfeld versammelt, um den Musikern Connie Conrad, Sarah Pelzer, Esther und Mick Quinten zuzujubeln. Das Quartet spielte Coverversionen unter anderem von Roy Orbison, Nick Kamen, Alanis Morissette, Jennifer Rush oder Whitney Houston.

Mit Klappstühlen, Decken, Kühlbox, Kartoffelsalat und Würstchen machten es sich die Fans analoger Kulturevents gemütlich. „Wir sind extra wegen der Band nach Riegelsberg gekommen,“ freute sich etwa Doris Burger aus Püttlingen und ergänzte: „Die vier singen so gut, und endlich wird uns in dieser schrecklichen Coronazeit wieder Kultur geboten.“

„Und das alles vor so einer tollen Kulisse“, schwärmten Gabi und Ralf Westermann aus Völklingen. „Tolles Wetter, ein gepflegtes Freibad, einfach alles super. Sogar unsere Enkelin Mia-Greta fieberte dem Live-Auftritt entgegen.“ Als nach 22 Uhr die letzte Zugabe verklingt, sind auch die vier Musiker froh, wenigstens „einen Live-Auftritt in dieser Saison“ absolviert zu haben.

Fragt man die Badbesucher, was ihnen in dieser ungewöhnlichen Freibadsaison aufgefallen ist, sind sich die drei Stamm-Schwimmerinnen Ruth Maurer, Elisabeth Faust und Rita Meyer schnell einig: Man sei dankbar, dass die Gemeinde Riegelsberg das Bad trotz Corona geöffnet hatte, auch wenn das natürlich nur unter Einschränkungen möglich war. „Die Regeln konnten wir gut einhalten,“ sagt eine aus der Dreiergruppe, „alle Besucher und Mitarbeiter waren sehr nett, die Disziplin im Wasser war sogar viel besser als sonst.“

Für die zehnjährige Luise Riefer war das geöffnete Freibad ein Lichtblick, denn viele andere Aktivitäten fielen ja aus. Une es eröffnete sogar neue Möglichkeiten, dass wegen Corona nur so wenige Besucher da waren: „Da konnte ich mit meiner Freundin Marie-Odile sogar mit den großen Flossen im Nichtschwimmerbecken ungehindert tauchen, das war toll. – Auch wenn das Wasser etwas zu kalt war.“

Nicole Irsch-Pohl, ebenfalls seit vielen Jahren Stammgast, bringt es auf den Punkt: „Ich war einfach nur glücklich, dass das Bad im Sommer geöffnet war. – Ein großes Kompliment an alle, die dazu beigetragen haben.“

Dass die Bädersaison in diesem Jahr mager ausfallen würde, war, wegen der Pandemie, abzusehen. Im Schnitt tummelten sich rund 450 Schwimmer täglich im auf 27 Grad Celsius gewärmten Wasser. Das Online-Buchen klappte nach einigen Tagen der Eingewöhnung recht reibungslos. Stärkste Badetage waren der 8. und 9. August mit je 600 Besuchern. Da waren bereits am Vormittag alle Tickets restlos ausverkauft – je 300 in der Frühschicht von 9-14 Uhr und in der Spätschicht von 15 bis 20 Uhr.

Insgesamt nutzten rund 16 000 Besucher die coronabegrenzten Badezeiten. In den Corona-freien Vorjahren waren es im Jahres-Schnitt etwa 50 000 Besucher gewesen, die in Riegelsberg ins kühle Nass sprangen. Mit 2380 Besucher war der 26. Juni 2019 der bisher am stärksten besuchte Freibadtag.