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Die CDU Riegelsberg windet sich raus

Riegelsberg. Die Pläne der RAG Montan Wind für – inzwischen nur noch zwei – Windkraftanlagen im Fröhner Wald verlieren an Rückhalt: Die CDU-Fraktion kritisiert die jüngsten Entwicklungen. Fredy Dittgen

Die Riegelsberger CDU hatte den Bau eines Windparks in der Fröhn immer unterstützt - jetzt rudert sie zurück. Stephan Müller-Kattwinkel, Sprecher der Gemeinderatsfraktion, erklärt am Rande der jüngsten Ratssitzung: "Die CDU besteht auf die Einhaltung des Mindestabstandes von 800 Metern. Bei einer geplanten Unterschreitung des Mindestabstandes durch den Überschlag der Rotoren wird die CDU-Fraktion im Gemeinderat das Einvernehmen mit dem Investor nicht herstellen."


Wie von uns berichtet, ragt der Rotor eines der beiden noch geplanten Windräder, die auf Riegelsberger Bann stehen, über die erlaubte Fläche hinaus. Dazu Müller-Kattwinkel: "Die CDU in Riegelsberg hat sich dafür eingesetzt, dass im Flächennutzungsplan des Regionalverbandes der Mindestabstand zwischen Windkraftanlagen und Wohnbebauung von 650 Metern auf einen Mindestabstand von 800 Metern erweitert wurde. Die CDU befürwortet und unterstützt den Ausbau und die Nutzung von erneuerbaren Energien."

Deshalb wolle man grundsätzlich auch den Bau der Anlagen innerhalb der Konzentrationszone durch Vereinbarungen, die in einem städtebaulichen Vertrag im Sinne der Riegelsberger Bürger getroffen und festgelegt werden, begleiten. "Dies beinhaltet aber auch die vollumfängliche Einhaltung des festgelegten Mindestabstandes. Wie jetzt bestätigt wurde, wird es bei den im Fröhner Wald geplanten größeren Anlagen, bei einer bestimmten Windkonstellation, zu einem Flügelüberschlag der Rotoren von zirka 50 Metern kommen. Dadurch wird der festgelegte Mindestabstand von 800 Metern deutlich unterschritten", kritisiert Müller-Kattwinkel; "dies wird von uns nicht gewollt und wird auch von uns nicht mitgetragen. Wir haben dem Investor gegenüber deutlich gemacht, dass die CDU-Fraktion in diesem Fall das Einvernehmen im Gemeinderat nicht herstellen wird."



Die CDU fordert die RAG Montan Wind auf, sich an die Vorgaben des Planungsträgers zu halten. Gleiches gelte auch für die geplanten Anlagen am Pfaffenkopf, betont Müller-Kattwinkel. - Die Anlage am Pfaffenkopf, von dem Unternehmen Duno Air als Investor geplant, berührt Riegelsberg nur am Rande. Auch die FDP Heusweiler kritisiert nochmals das Windkraft-Projekt im Fröhner Wald in verschiedenen Punkten. So wirft FDP-Sprecher Oliver Luksic unter anderem die Frage auf, wie ein Abschnitt im Wald schützenswert sein kann (das ursprünglich geplante dritte Windrad war wegen eines Totholz-Bestandes abgelehnt worden), während "wenige Meter weiter" im Wald ein "Industriegebiet" errichtet werden solle.

Zudem habe auch das CDU-geführte Innenministerium dem Verein Fröhner Wald bestätigt, dass die Rotoren eigentlich nicht über das Plangebiet hinaus gehen dürfen, "von dieser Rechtsposition scheinen sich nun wieder alle zu entfernen" - die RAG Montan Wind hat eine Ausnahmegenehmigung beantragt.