Einbrecherbanden oft einen Schritt voraus

Einbrecherbanden oft einen Schritt voraus

Gegen Einbrecher hilft nichts so wirkungsvoll wie gut gesicherte Häuser und aufmerksame Nachbarn. Darauf haben die Köllertaler Polizeiführer bei einem Vortrag in Riegelsberg hingewiesen. Die Kommune dürfe sich zu den sichersten des Landes zählen.

Auch Kriminalhauptkommissare sind nicht vor Einbrüchen gefeit: Patrik Siegwart, der stellvertretende Leiter der Polizei-Inspektion (PI) Köllertal, hatte vor einiger Zeit ungebetenen Besuch an seinem Wohnhaus in Walpershofen. Es versuchte jemand, durch die Kellertür einzudringen - allerdings ohne Chance, denn der 55-Jährige hatte den Zugang vom Schlosser mechanisch massiv sichern lassen. Damit war Patrik Siegwart bei seinem Vortrag über Sicherheit in der Gemeinde auch schon bei einem Hauptanliegen: Ein jeder möge das Haus ertüchtigen und Schwachstellen beseitigen, um Kriminellen die Arbeit zu erschweren. Siegwart appellierte auch an die Zuhörer, das Geschehen in den Nachbarschaften aufmerksam zu beobachten und gegebenenfalls verdächtige Fahrzeuge und Personen unverzüglich zu melden. In Abwesenheit sollten Häuser und Wohnungen "belebt" aussehen, damit Einbrecher abgeschreckt werden. Sie scheuten nämlich Konfrontation.

Zusammen mit PI-Leiter Horst-Peter Schäfer referierte Siegwart am Mittwoch auf Einladung der Riegelsberger SPD über das Kriminalitätsgeschehen in der Region. Wie die Hauptkommissare schilderten, bemüht sich die saarländische Polizei seit Jahren akribisch darum, die bundesweit ausufernde Einbruchskriminalität durch spezielle Einheiten einzudämmen, ebenso durch Fahndungen und Kontrollen, durch ein Informations- und Auswertungssystem und auch durch internationale Zusammenarbeit.

Obwohl bereits 30 Banden aufgeflogen und 120 Haftbefehle vollstreckt worden seien, sei der Gesamterfolg in Anbetracht einer Aufklärungsquote von (im Saarland) 13,2 Prozent bei Einbrüchen nicht wirklich durchschlagend. Da die Polizei den organisierten, reisenden Einbrecherbanden aus Südost- und Osteuropa sozusagen hinterherlaufe, sei nichts so wirkungsvoll wie ein gut gesichertes Haus mit einer aufmerksamen Nachbarschaft.

In Riegelsberg gab es in den vergangenen Jahren stets etwas über 30 Einbrüche, meist tags oder in der Dämmerung (wie es um die Statistik 2016 bestellt ist, bleibt abzuwarten; gleich zu Jahresbeginn hatte es in Riegelsberg eine Serie von etwa einem Dutzend Einbrüchen gegeben). In den Nachbarkommunen Püttlingen und Heusweiler liegen die Zahlen leicht darunter. Alle Straftaten zusammengenommen, darf sich Riegelsberg laut Statistik aber als "sicherste Gemeinde" im Köllertal bezeichnen, zählt sogar zu den zehn sichersten im Saarland.

Wie die Führungskräfte der PI Köllertal berichteten, ist die Inspektion in Heusweiler nur noch samstags rund um die Uhr geöffnet, ansonsten von sechs bis 22 Uhr.

Die 20 uniformierten Einsatzkräfte - PI-Leiter Horst-Peter Schäfer sprach von "Feuerwehrleuten" - werden durch Beamte der Partnerdienststelle Völklingen sowie bei Bedarf auch durch Kollegen anderer Inspektionen unterstützt. Dank eines "zentralen Flottenmanagements" der Einsatzleitstelle seien Streifenwagen heute eher noch schneller am Ort des Ersuchens als früher, als noch jede Inspektion für sich disponierte, sagte der stellvertretende PI-Leiter Patrik Siegwart. Anders als bei der Feuerwehr gebe es allerdings keine festgeschriebenen "Reaktionszeiten".

Horst-Peter Schäfer bestätigte, dass die Inspektion spätestens am 16. Dezember von Heusweiler ins technische Rathaus im Püttlinger Stadtteil Köllerbach umzieht. Am 31. Dezember laufe nämlich der Mietvertrag aus, und dann stehe man "auf der Straße". Eine interessante, von Schäfer schmunzelnd selbst gestellte Frage: Welche Polizei kommt eigentlich, wenn die Köllertaler Polizei das Haus nicht fristgerecht verlässt?

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