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In Quierschied wird das Brauchtum intensiv gepflegt

Club Fröhlichkeit ist sehr aktiv in der Gemeinde : In Quierschied wird das Brauchtum intensiv gepflegt

Der Club Fröhlichkeit, der auch „Kittelclub“ genannt wird, hält schon seit 1908 alte Traditionen in der Gemeinde wach und lebendig.

Die roten Stulpen und Halstücher, die schwarzen Hosen und Mützen und dann natürlich die leuchtend blauen Leinenkittel: Genau ihretwegen wird der Club Fröhlichkeit aus Quierschied auch vereinfacht „Kittelclub“ genannt, wie der Vorsitzende Thorsten Müller erzählt. Der 34-jährige Quierschieder steht dem Verein bereits im vierten Jahr vor. Und das als „Beigeblätschter“. Denn aufgewachsen ist er in Wustweiler. Seine Liebe fand Müller dann in Fischbach-Camp­hausen. Das Paar hat zwei Kinder, und die beiden sind auch Mitglieder des Karnevalsvereins  „Quierschder Wambe“. Dort ist sie Schriftführerin, er tanzt im Männerballett.

Zum Stichwort Tanzen passt auch einer der wahrscheinlich bekanntesten Bräuche, für die der Club Fröhlichkeit bekannt ist: der Hammel­austanz. Dieser ist Höhepunkt und Abschluss der Quierschieder Martinikirmes, die zwischen Rathaus und Q.lisse über die Bühne geht. Dabei wird Zunder abgebrannt, an dem eine Flasche  hängt. Fällt diese dann zu Boden, wird derjenige, der gerade den vorher herumgereichten Strauß in der Hand hat, zum Straußbub ernannt. Thorsten Müller selbst hat es noch nicht „erwischt“. „Das ist der Fluch der Vorsitzenden“, sagt er lachend. Bis auf Erwin Deutsch hatte keiner seiner Vorgänger in der jüngeren Vergangenheit die Ehre, zum Straußbub zu werden.

Zur weiteren Pflege des Brauchtums, dem sich der Club Fröhlichkeit verschrieben hat, gehört auch die Teilnahme am Wambefeschd, einem der größten unter den wenigen verbliebenen klassischen Volksfesten der Region. Dabei sorgt der Verein neben der katholischen Kirche alljährlich für Spießbraten. Außerdem beteiligt er sich am Rathaussturm in Quierschied, der diesmal am 21. Februar über die Bühne ging, wie immer an einem Freitag. Dort kümmerte sich der Club um den Getränkeverkauf und um „alle laufenden Arbeiten drumherum“. An diesem Tag nehmen sie  zwar den Verwaltungschef in Haft, doch für Bürgermeister Lutz Maurer findet Thorsten Müller nur lobende Worte: „Er ist immer sehr offen für alles.“

Geöffnet hat sich auch der „Kittelclub“ selbst. Denn vor wenigen Jahren hatte er die Zahl der Mitglieder freiwillig noch auf 80 beschränkt. Auch um keine Nachwuchssorgen zu bekommen, wurde diese Sperre aber bald wieder aufgehoben, und so sind nun mehr als 130 Mitglieder – allesamt männlich – im Club der Fröhlichkeit organisiert. Neben den bereits genannten Aktivitäten gibt es noch vereinsinterne Zusammenkünfte, wie den Kirmeseröffnungsball, der laut Müller „eine Art Familienveranstaltung“ ist, die Maiwanderung oder das Sommerfest. Beim Turnier „Ein Dorf beacht Volleyball“ trat im vergangenen Jahr auch eine „Kittelclub“-Mannschaft in der Willi-Meiser-Beacharena an. Und gemeinsam mit dem örtlichen Gewerbeverein hat er eine Gewerbeschau in der Q.lisse initiiert.

Der Club Fröhlichkeit wurde 1908 gegründet und war seinerzeit der siebtgrößte Verein in der Gemeinde Quierschied. Zuerst durften nur unverheiratete Männer zwischen 22 und 24 Jahren aufgenommen werden, das wurde später aber in „ab 18“ geändert. Mehr Infos zum Club stehen im Internet.

Der traditionelle Hammelaustanz am Quierschieder Markt ist immer eine große Gaudi. Foto: GMLR/Gemeinde Quierschied;GMLR

www.clubfroehlichkeit-quierschied.de