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Rocco der lachenden Gesichter

Enthusiastisch gefeiert: Der Auftritt der Sportfreunde Stiller am Donnerstagabend beim Rocco del Schlacko auf dem Sauwasen in Köllerbach. Foto: Becker&Bredel
Enthusiastisch gefeiert: Der Auftritt der Sportfreunde Stiller am Donnerstagabend beim Rocco del Schlacko auf dem Sauwasen in Köllerbach. Foto: Becker&Bredel FOTO: Becker&Bredel
Köllerbach. Für 55 Rocco-Besucher ging's ins Krankenhaus – meist zum Röntgen oder Gipsen von Frakturen, zu denen es durch Unfälle beim Tanzen gekommen war. Ernste Probleme durch Alkoholmissbrauch gab es dagegen nicht. Marco Reuther

Die Polizeiinspektion Köllertal (PI) zieht eine unterm Strich sehr positive Bilanz. Kleiner Wermutstropfen: Offenbar hatten es Taschendiebe am späten Samstagabend gezielt auf Handys abgesehen, denn da wurden innerhalb von 90 Minuten etwa 30 Handys gestohlen. Offenbar nutzten die Diebe das Gedränge beim ausgelassenen Tanzen vor der Bühne, um die Smartphones aus Hosentaschen zu ziehen.


Die (bekannten) Verkehrsprobleme gab es in diesem Jahr schon etwas früher: "Vereinzelt reisten Festbesucher bereits am Mittwochabend an, was zeitweise zu vorzeitigen Verkehrsproblemen auf der naheliegenden L 140 führte." Am Donnerstag gab es dann wieder den altbekannten Rückstau bis zu drei Kilometer auf der A8 aus Richtung Saarbrücken (wir berichteten).

In einer Pressemitteilung der PI heißt es zudem: "Durchweg alle Festbesucher hatten Verständnis für die verstärkten Sicherheitskontrollen, welche anlässlich der besonderen Sicherheitslage stattfanden." Und: "Eine routinierte und enge Zusammenarbeit der Polizei mit dem Veranstalter, der Stadt Püttlingen, der Feuerwehr, dem Rettungsdienst und dem THW sorgte für einen reibungslosen und gelungenen Festivalablauf und für gute Stimmung bei den eingesetzten Kräften."



In der Sonderwache der PI Köllertal auf dem Festgelände kümmerte man sich "um die festivaltypischen Begleiterscheinungen. - Die Polizeipräsenz wurde anlässlich der Sicherheitslage in angemessener Weise erhöht." Unterm Strich habe es jedoch nur wenige Ersuchen an die Polizei gegeben,"wenn bedacht wird, dass Tausende Festivalteilnehmer alkoholisiert in guter Feierlaune mehrere Tage auf engem Raum zusammen verbringen".

Aus den Orten im Bereich des Festgeländes gab es nur "wenige Anzeigen wegen ruhestörendem Lärm", was ein Hinweis darauf sei, "dass wohl auch der überwiegende Teil der Bevölkerung den Feiernden abseits der Ortschaften die drei musikreichen Tage mit dumpfen Bässen gönnt".

Bei der Abfahrt kam es dann am Sonntag "erwartungsgemäß zu Rückstau in der Ortsmitte Heusweiler und zu Engstellen, Stau und Verzögerungen auf der L 140, da die umfangreich mitgeführten Campingausrüstungen mit ihren Besitzern zu Fuß ihren Weg zu den Fahrzeugen wieder finden mussten. - Doch auch das wurde mit Gelassenheit hingenommen."

Alkohol? Ja, der ist durchaus reichlich geflossen, beim Rocco del Schlacko. Wer nun aber exzessives Saufen und Komatrinken in Massen erwartet hätte, der sah sich getäuscht: "Das konnten wir in diesem Jahr nicht beobachten - im vorigen Jahr übrigens auch nicht", schildert Frank Bredel als Pressesprecher des DRK.

Am Sonntag gegen 10 Uhr, als die große Open-Air-Sause vorüber war und die Zelte auf dem Rocco-Campingplatz so langsam wieder abgebaut wurden, zog DRK-Einsatzleiter Dirk Schmidt Bilanz: "Wir hatten 923 medizinische Behandlungen, 55 Personen mussten in ein Krankenhaus gebracht werden." Letztlich seien es deutlich weniger Einsätze als im Vorjahr gewesen, auch wenn es einige ernste Behandlungsfälle gegeben hatte, doch: "Die Ärzte vor Ort und unsere Sanitätskräfte haben alle Patienten schnell und zuverlässig versorgt", so Schmidt

Auch bei den 55, die ins Krankenhaus kamen, ging es nicht etwa um das berüchtigte Auspumpen des Magens, sondern es handelte sich überwiegend um Verletzungen - darunter Knochenbrüche - die ein Röntgen , gegebenenfalls auch einen Gipsverband notwendig machten. Nicht zuletzt waren es Fuß- oder Beinverletzungen, zu denen es beim Tanzen vor den Bühnen gekommen war. Auch unter den knapp 870 meist kleineren Behandlungen, die vor Ort erledigt werden konnten, waren diverse verstauchte Beine, umgeknickte Knöchel oder verrenkte Schultern.

Zudem machte die Staubentwicklung (Bredel: "ein bekanntes Problem") dem ein oder anderen Asthmatiker zu schaffen.

Bredel geht davon aus, dass die Zahl der alkoholbedingten Behandlungen deutlich unter zehn Prozent aller Behandlungen gelegen hatte, während die durch äußere Einwirkungen - wie eben beim Tanzen - herbeigeführten Verletzungen einen Anteil von über 60 Prozent hatten.

Einsatzleiter Schmidt lobte zudem die gute Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Polizei , THW, Sicherheitsdienst und Püttlinger Verwaltung. Alle gesammelten Daten werde man noch genau auswerten, um auch beim nächsten Rocco wieder gut gerüstet zu sein.

Gute Stimmung auf dem Campingplatz, hier mit Joshua, Lukas, Robert und Florian aus Saarlouis. Foto: Jenal
Gute Stimmung auf dem Campingplatz, hier mit Joshua, Lukas, Robert und Florian aus Saarlouis. Foto: Jenal FOTO: Jenal
Sänger Bosse sucht die Publikumsnähe. Foto: Becker&Bredel
Sänger Bosse sucht die Publikumsnähe. Foto: Becker&Bredel FOTO: Becker&Bredel
Die eine ist's, die andere wär's gern: Security beim Rocco, Jasmin aus Hamburg (rechts) und Sonja aus Hockenheim. Foto: Jenal
Die eine ist's, die andere wär's gern: Security beim Rocco, Jasmin aus Hamburg (rechts) und Sonja aus Hockenheim. Foto: Jenal FOTO: Jenal
Das nennt man doch einen zünftigen Junggesellinenabschied: Eine Braut (Mitte) mit ihren Brautjungfern beim Rocco. Foto: Jenal
Das nennt man doch einen zünftigen Junggesellinenabschied: Eine Braut (Mitte) mit ihren Brautjungfern beim Rocco. Foto: Jenal FOTO: Jenal
Das Festival Rocco del Schlacko sorgt für gute Laune – selbst beim Warten auf die Stars. Foto: Becker&Bredel
Das Festival Rocco del Schlacko sorgt für gute Laune – selbst beim Warten auf die Stars. Foto: Becker&Bredel FOTO: Becker&Bredel
Sängerin Jennifer Rostock und ihre imposanten Tätowierungen am Freitag beim Rocco. Foto: Jenal
Sängerin Jennifer Rostock und ihre imposanten Tätowierungen am Freitag beim Rocco. Foto: Jenal FOTO: Jenal